Weblog Gründerraum: Spickmich für Business Angels

Weblog Gründerraum: Spickmich für Business Angels

Zunehmend hört man Klagen über Investoren, die Startups mit zu harten Verträgen knebeln, Gründer unter Druck setzen oder sie im entscheidenden Moment hängen lassen. In den USA gibt es bereits eine Bewertungsplattform für Investoren. Das fehlt in Deutschland. Wie wäre es mit einer Art Spickmich für Business Angels?

Weil ich schon seit Längerem plane, einen Artikel über dubiose Praktiken von Busines Angels zu schreiben, sammle ich seit einigen Monaten Anekdoten, die das belegen. Zur gängigen Praxis gehört etwa, dass der Business Angel kurz vor dem Notartermin den Gründer anruft und mehr Anteile am Unternehmen für das gleiche Geld fordert, mit der Drohung, ansonsten auszusteigen. Auch immer wieder gehört: Ideen wurden von einem Angel geprüft, dann abgelehnt und später von einem anderen Partner aus dem Netzwerk des Angels umgesetzt. Sobald ich genügend Beispiele habe, kommt die Geschichte. Hier geht es um etwas anderes.

In den USA gibt es mit Thefunded.com eine Seite, die Klarheit schaffen will über die Investorenszene (siehe auch hier). Auf dem Portal können Gründer von Technologieunternehmen ihre Geldgeber auf einer Skala von 1 bis 5 bewerten, kommentieren und sich austauschen.

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Es gibt Spickmich für Lehrer, Meinprof für Unipersonal, Ich denke, dass es auch in Deutschland an der Zeit ist, die Szene der Investoren mit einem solchen Angebot zu beleuchten.

Thefunded thematisiert Wagniskapitalfonds und ihre Verwalter in den USA, aber auch Europa und Asien. Durch Anonymität geschützt, lassen etliche Unternehmer ihrem Frust freien Lauf, geben aber auch ehrliches Feedback.

Wer allerdings mit dem Gedanken spielt: Mit einem solchen Angebot macht man sich schnell Feinde in dem Milliardengeschäft des Risikokapitals. Unser Silicon-Valley-Korrespondent Matthias Hohensee beschreibt sein Treffen mit dem Betreiber der Seite folgendermaßen: 

Adeo Ressi schaut sich vorsichtig um, als er den Treffpunkt betritt - ein Café an der Main Street im Silicon-Valley-Städtchen Los Gatos. Mit seiner asketischen Figur, dem kahlgeschorenen Kopf, dunklem Anzug, weißem Hemd und farbloser Prada-Brille könnte der 1,90-Meter-Mann in jedem Hollywood-Film überzeugend die Rolle des Chefs einer New Yorker Werbeagentur mimen.

 Erreichbar ist Ressi nur über E-Mail und eine spezielle Telefonnummer, die Anrufe an ihn weiterleitet. Wo genau er wohnt, ist geheim - irgendwo in der Nähe von Palo Alto. "Nein, Bodyguards habe ich nicht", versichert der 35-jährige Unternehmer und ringt sich ein Lächeln ab. Seine Büropost wird ans Hilton-Hotel in San José geschickt, wo er ab und zu in einem schwarzen BMW X7 aufkreuzt, um sie abzuholen.

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