Weblog: Warum die neue Gründerflaute gut ist

Weblog: Warum die neue Gründerflaute gut ist

Und das solls schon wieder gewesen sein, mit der deutschen Gründungseuphorie. Die Zahlen der Neugründungen sind gesunken. Aber das ist gut so.

Zwischen Januar und Oktober 2007 wurden in Deutschland laut Berechnungen des Handelsblattes 137.000 Betriebe gegründet, 4,4 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor.

Grund für den Rückgang ist vor allem der Wirtschaftsaufschwung. Wer in Deutschland einen festen Job findet, verabschiedet sich schnell von seinen Grüdnungsplänen. Vor allem, weil viele Angst vor dem unternehmerischen Risiko haben, entscheiden sich viele für eine Festanstellung. Laut einer neuen Umfrage hat jeder zweite Deutsche Angst vor dem Scheitern und gründet deswegen nicht, in den USA ist es nur jeder fünfte.

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Aber auch das Ende der Ich-AG-Förderung trägt immer noch zum Rückgang bei Neugründungen bei. Seit Mitte 2006 ist die Ich-AG durch den sogenannten Gründungszuschuss ersetzt worden. Der Gründungszuschuss wird etwa neun Monate lang gezahlt und richtet sich nach der Höhe eines zuvor gezahlten Arbeitslosengeldes, plus 300 Euro monatliche soziale Absicherung. Der neue Zuschuss ist an deutlich strengere Regeln geknüpft und erschwert die Eintrittshürden. Deswegen versuichen es viel weniger Menschen.

Und deswegen ist die neue Gründerflaute gut. Zwar gibt es in Deutschland zu wenig Unternehmer. Aber das Strohfeuer der Ich-AG-Förderung hat zu einem Gründungsboom geführt, der auf nicht tragfähigen Geschäftsmodellen basierte. Das Gründungsstrohfeuer verstellt den Blick auf den wirklichen Zustand der deutschen Gründerszene, die geprägt ist von Angst vor dem Risiko.

Eine wirklich Förderung des Unternehmertums in Deutschland würde versuchen, das Unternehmerbild zu verbessern. Erst wenn ein Leben als Unternehmer hierzulande allgemein als vorbildlich oder erstrebenswert gilt, wird die Zahl der Gründungen auch steigen.

Geld alleine hilft da nicht. Dass zeigt sich daran, dass die Gründer-Infrastrukltur hierzulande im europäischen Vergleich gar nicht einmal schlecht ist. Es gibt zahlreiche Hilfsangebote, Förderungstöpfe und Wettbewerbe. Was fehlt, ist der Traumberuf Unternehmer.

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