Wir freuen uns über Ihren Kommentar. Beiträge können von der Redaktion moderiert werden. Bitte bleiben Sie fair und halten Sie sich an unsere Nutzungsbedingungen
9 Kommentare"Sobald wir wieder auf die beine kommen, starten wir unser eigenes Unternehmen. Wir werden uns nie wieder dermaßen ausliefern und angreifbar machen."
ich liege gerade auf dem Fußboden und versuche meine Lachkrämpfe unter Kontrolle zu bekommen. Schauen wir doch mal hin: 95% aller Startups scheitern innerhalb von 5 Jahren, 95% weiterer Unternehmen scheitern danach. Das ergibt eine Erfolgsquote von 0,25%. 99,75% aller Unternehmer gehen also Pleite. Das ist wahrlich keine Alternative zur Festanstellung, zumindest für 99% aller bürger. Wer Gegenteiliges behauptet, gehört gelyncht.
Herr Hägar Schmidt,
Sie sollten Zahlen nicht als Fakten darstellen,
für die Sie keine Grundlage haben.
ich kenne ausreichend positive beispiele für Start-ups, mich eingeschlossen.
Herr Schmidt, spielt das eine Rolle? Fakt ist doch, wenn man sich umhört, dass Arbeitgeber einfordern, dass sich ihre Mitarbeiter mehr mit ihrem Unternehmen identifizieren und engagieren sollen, wenn aber Krisen kommen, dann identifizieren sich Arbeitgeber oft lieber mit der Erhaltung oder gar Steigerung ihres Lebensstandards als mit ihren Mitarbeitern. Da ergibt sich ein offensichtliches Ungleichgewicht. ich habe das mehrfach im Freundeskreis hautnah mitbekommen. Zahlen und Fakten hin und her. Die Würde des Menschen wird in der Arbeitswelt seit Jahren wieder zunehmend kleiner geschrieben. Gleichzeitig steigen die Einnahmen der Manager und Spekulanten. Jetzt halten viele Unternehmensführer die Hand ggü dem Staat auf, jedoch wenn sie im Ausland billiger produzieren können, dann zeigen sie ihren Leuten den "Stinkefi...." und dem Staat auch, wenn der sie bittet zu bleiben. Dafür gibt es genug Zahlen und Fakten. ich denke, darüber gibts jetzt nix mehr zu lachen außer vielleicht über den unternehmerischen Zynismus, der sich hier oft offenbart. Der Artikel weist neue Wege für beide auf - Unternehmer und Arbeitnehmer. Sie halten an den alten Wegen fest anstatt sich zu öffnen. Das ist allerdings keine gute persönliche Einstellung, wenn man Unternehmer sein möchte, das sehe ich genauso. Vielleicht rüren daher ihre Zweifel.
Liebe Freunde, ich bin Gründer und seit 20 Jahren im Geschäft, und das soll ja schon was bedeuten. Was mich stört ist die falsche Vorstellung vom Gründerdasein, welche potentielle Gründer oftmals an den Tag legen. Es liegt m.E. an der nicht vorhandenen bildung in Finanzangelegenheiten, dass die meisten Gründer dem "American dream" folgen, der in Deutschland naturgemäß selten gelebt werden kann. im übrigen: die meisten Gründer, die ich im Laufe meines berufslebens kennengelernt habe, sind heute out of business.
Wie dem auch sei: die meisten Selbständigen und Gründer, die ich kenne, sind out of business. Das ist nun mal die Natur der Sache, und es ist sinnlos das Gegenteil darzustellen. Was die genauen Zahlen betrifft: echte Zahlen kennt niemand. Manche Statistiken erzählen von 70% Failure Rate über zehn Jahre, andere behaupten andere Zahlen. Deutsche Zahlen werden anders sein, als kanadische oder US-Zahlen. Was man aber erkennt ist, dass die Gründung eines eigenen Unternehmens zu den riskantesten Karrierewegen überhaupt gehört.
im übrigen bleibt man auch als Selbständiger mitnichten von "Chefs" verschont. Da schlägt die rauhe Stimmung der Konzernwelt knallhart auf kleine Unternehmen durch. Da werden Preise und Tagessätze pauschal um 30% oder mehr heruntergesetzt, Verträge abgeändert und Konditionen "getuned". Wer denkt, sein "eigener Chef" zu sein, nur weil er den Gewerbeschein hat, der sollte nochmal nachdenken. ich will nicht abstreiten, dass das Selbständigsein viele Vorteile hat - sonst wäre ich ja nicht selbst selbständig. Schliesslich gibt es auch gute Kunden. Aber es gibt auch gute Chefs.
Generell halte ich es für wenig hilfreich, den potentiellen Gründern unrealistische Vorstellungen von der Geschäftswelt zu vermitteln.
Hallo Herr Schmidt,
eine Frage: Werden Sie zuwenig gelobt für ihren Erfolg oder haben Sie Angst vor Konkurrenz?
Es ist doch Fakt, dass sich in Deutschland viel zu wenige Leute selbständig machen und ihrem 9-5 Job völlig desillusioniert hingeben. Dies liegt unter anderem an der falschen Steuerung und zu wenig Vertrauen der Chefs in die Mitarbeiter.
Die Arbeitswelt wird sich in den nächsten Jahren ohnehin verändern und die Festanstellungen werden prozentual weniger sein.
Was Sie schreiben, schreckt ja jeden ab.
Dann verändert sich rein gar nichts
Hallo "Meinungsbildner", die Antwort heisst: weder noch.
Es tut mir leid, wenn der Anschein erweckt wird, es soll jemand entmutigt werden. ich will niemandem Angst machen. Wir brauchen doch mehr Unternehmer. Wir haben in Deutschland eine viel zu kleine Gründerzahl, und die Wirtschaft wird immer weiter verstaatlicht. ich halte es für enorm wünschenswert, dass wir mehr Selbständigkeit und weniger abhängige beschäftigung haben.
Doch einfach zu sagen "macht euch selbständig, dann wird alles besser" ist im Staate Deutschland unangebracht. Ohne Kapital, richtige Ausbildung, und natürlich ein sinnvolles Produkt ist das ein sicherer Weg in die Pleite. in Deutschland schützt das insolvenzrecht die Geldgeber (anstatt die Gründer, wie es in manchen angelsächsichen Ländern ist). Ein insolventer Gründer darf ewig lange kein Geschäftsführer werden. Man könnte stundenlang erzählen, wie gründerfeindlich unsere bürokratie, unsere Mitbürger, und unsere Finanzwelt sind. Das möchte ich nicht, und ich möchte niemandem den Mut nehmen. ich halte es bloss für sinnvoll, Mut und "Dummheit" (im Sinne naive, unüberlegte Handlung) voneinander zu trennen.
Wir benötigen eine Änderung des gesamten gesellschaftpolitischen Schema, um eine neue, erfolgreiche Gründerwelle auszulösen. Ohne diese grundlegende Veränderung werden wir nie ein zweites "Wirtschaftswunder" haben. ich hätte aber gern eins - Sie nicht?
ich habe schon einmal an anderer Stelle geschrieben, dass die Selbstständigkeit kein leichtes Unternehmen ist. Die meisten vielversprechenden Pojekte enden im Prekariat. Die potenzeillen Kunden wissen um die Konkurrenzdichte und machen unerbittlich Druck. in Grossfirmen hat es der Freiberuflicher nicht mehr mit den Entscheidern, sondern mit der Einkaufsabteilung zu tun. Der Freiberufler muss nicht nur ein ausgezeichneter Verkäufer seines Produktes und seiner Selbst sein, sondern auch kaufm. und andere Dinge, die mit Zahlen zu tun haben, beherrschen. Aber vieles hängt vom Produkt/Dienstleistung ab: Daher ist eine Martktstudie vor der Selbstständigkeit unerlässlich. Und ohne adäquates Eigenkapital läuft überhaupt nichts, ohne Unternehmerpersönlichkeit auch nicht.
Herr Schmidt,
Sie drehen sich ja wie ein Fähnchen im Wind. J Vom zynisch Lachenden über den erfahrenen Unternehmer plötzlich zum befürworter der Ausweitung Unternehmensgründungen. Wenn Sie bei mir ein Vorstellungsgespräch führen würden und würden sich dort so winden, würde ich ihnen keinen Job geben. Dies nur als kleine Zynismusretourkutsche für ihre anfängliche Reaktion auf diesem Artikel. :-)
Nehmen wir mal an, dass tatsächlich 80 % (angenommener Mittelwert der hier angeführten Zahlen) der Startups scheitern, dann wäre es doch mal interessant, diese mit den gescheiterten Existenzen auf Ebene der Angestellten/ Arbeiter zu vergleichen. Umfragen zeigen, dass sich ein Großteil der Deutschen in ihrem Job nicht mehr wohl fühlen und sich - wenn überhaupt -noch mit dem Unternehmen aber selten noch mit ihren Vorgesetzten identifizieren können. Dass sie öfter Stellen wechseln als früher ist kein Geheimnis. Angst vor Jobverlust hält viele davon ab, sich zur Wehr zu setzen. Nichtmotivierte bis hin zu sabotierende Mitarbeiter stellen für Unternehmen ein hohes Risiko dar und führen zum jeweils entsprechenden Schaden. Das wissen Sie als Unternehmer sicher gut. Wenn ein Mitarbeiter ersetzt werden muss, weil er das Unternehmen verlässt, so kommt ein weiterer Aufwand auf das Unternehmen zu. Der schlechte Ruf als Arbeitgeber ist ebenfalls schädlich für Unternehmen. Von daher würde ich nicht ausschließen, dass der Schritt in die Selbständigkeit kein höheres Risiko für die Volkswirtschaft darstellt als das verharren in einer ungeliebten Stellung und die Folgen daraus. Wo ich ihnen allerdings Recht gebe ist, dass eine fundierte betriebswirtschaftliche Ausbildung das Scheitern verhindern kann. Jedoch gibt es im fachlichen bereich, in dem die Deutschen oft zu steif sind, viele beispiele, wo Quereinsteiger große Erfolge aufweisen, weil sie den konventionellen Pfad verlassen und dort ihre Nischen finden.
Fortsetzung :
Kammern und Vorschriften stellen hier aber teilweise völlig überzogene Hürden auf, die diesen Gründern/ Unternehmern den Weg schwer manchmal sogar unmöglich machen.
Sie sind Unternehmer. Daher sollten Sie sich doch eher fragen, was in deutschen Unternehmen auf den Führungsebenen schief läuft, wenn so viele Menschen aus dem Job fliehen möchten. Meine These: Unternehmensführer sind in der Regel „Kontrollfreaks“, die die Entwicklung unserer Zeit, welche mehr Loslassen und Vertrauen in die Mitarbeiter fordert, nicht in den Griff bekommen. Früher haben die Menschen "Führer" gesucht, heute wollen sie sich entwickeln, entfalten und so ins Unternehmen und in die Teams einbringen. Die Chefs, die in der Lage sind, sich hierauf einzustellen und dies zu verstehen, sind in meinen Augen die Gewinner der Zukunft. in ihren Unternehmen wird sich jeder Mitarbeiter gleichzeitig wie sein eigener Chef wie auch als wertvolles Teil des Ganzen fühlen. ich kann nur wünschen, dass die Kontrollfreaks bald Vergangenheit sein werden.
ich bin Managementassistentin und beobachte seit Jahren in unterschiedlichen Unternehmen, dass Manager und Unternehmensführer diese Entwicklung nicht wahr haben wollen, was wirklich sehr schade und schädlich für unsere Gesellschaft ist.
Kommentare zu: Neue Regeln bei der Suche nach Mitarbeitern
zum Artikel