Welchs Welt : Schneller kündigen

Welchs Welt : Schneller kündigen

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Arbeiter trägt kiste nach Kündigung bei Lehman Brothers Quelle: Reuters

Jack Welch beantwortet heute die Frage: Wie schnell soll ich reagieren, wenn ich eine Stelle falsch besetzt habe?

Unsere Antwort in Kurzform: sehr schnell. Und zwar so, dass Sie denken, Sie würden zu schnell handeln – aber nur dann machen Sie es richtig. Seien Sie beruhigt, das geht völlig in Ordnung. Denn das schnelle Eingreifen hat nur Vorteile: für das Unternehmen, für Ihre Karriere, sogar für den betroffenen Mitarbeiter.

Die passenden Mitarbeiter zu finden ist unfassbar schwer. Neue Führungskräfte können sich glücklich schätzen, wenn es ihnen in der Hälfte der Fälle gelingt. Selbst Manager mit Jahrzehnten von Erfahrung werden Ihnen sagen, in etwa 75 Prozent der Fälle richtig gelegen zu haben – höchstens.

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Fehlbesetzungen wirken sich auf das ganze Team aus

Das Problem ist jedoch, dass zur Zeit viel mehr auf dem Spiel steht. Es war noch nie so wichtig, die Mannschaft mit den richtigen Spielern zu bestücken. Jede kluge Idee ist enorm wichtig, jedes noch so kleine Gramm Leidenschaft macht einen Unterschied. Dort, wo in Ihrem Unternehmen eigentlich ein Stern sein sollte, darf sich kein schwarzes Loch befinden.

Das ist der eine Grund, warum Sie sich damit abfinden müssen, Fehler bei Stellenbesetzungen schnell zu beheben. Sicher, die Minderleistung eines Mitarbeiters wird noch keinen ganzen Konzern in den Abgrund stürzen. Aber über eines müssen Sie sich im Klaren sein: Wenn die Fehlbesetzung ihre Arbeit nicht richtig erledigt, wirkt sich das auf das ganze Team aus.

Es erschwert den anderen Kollegen die Arbeit – ganz zu schweigen von der Zwietracht, die ein Minderleister sät. Denn die anderen müssen für ihn mitschuften und das wird Ihrem Ansehen sicher auch nicht unbedingt gut tun.

Manager wollen keine Fehler zugeben

Ihre Frage impliziert einen ärgerlichen Umstand: Viele Manager scheuen davor zurück, solche Fehler bei Besetzungen schnell zu beheben. Sie hoffen darauf, dass das schwarze Schaf sich mit der Zeit verbessert und weniger Fehler macht. Und nicht selten reden sie sich damit heraus, dass die Suche nach einem neuen Mitarbeiter ja auch Zeit in Anspruch nimmt.

Doch der wahre, unausgesprochene Grund für das Zögern und Zaudern ist: Sie haben Angst davor, den Fehler zuzugeben – weil sie befürchten, dass das ihrer Karriere schadet.

Es mag ironisch klingen, aber in jedem guten Unternehmen ist genau das Gegenteil der Fall. Dort werden Führungskräfte dafür belohnt, wenn sie Fehler bei Stellenbesetzungen zugeben und den Umstand beheben. Und wenn sie schlussendlich den richtigen Mitarbeitern finden – was sich wiederum in besserer Leistung des ganzen Teams äußert – ist der Applaus noch größer.

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