WiWo-Gründerwettbewerb: Die Finalisten 2007 im Überblick

WiWo-Gründerwettbewerb: Die Finalisten 2007 im Überblick

Das Kölner Social-Fashion-Label Armedangels gewann 2007 den Wiwo-Gründerwettbewerb. Die Entscheidung war schwer. Denn neben den Kölnern schafften es vier weitere viel versprechende Unternehmen in das Finale. Vier Kurzportraits.

Atlatos

Bei der Reisevorbereitung herrscht vor allem in kleineren Unternehmen oft Chaos. Die Mitarbeiter buchen Hotels im Reisebüro, ziehen Bahnkarten am Automaten und suchen Flüge im Internet. Keiner hat den Überblick. Das Problem will Esther Stehning lösen. Die 27-Jährige, früher Vertriebsbeauftragte bei Siemens, hat zusammen mit ihrem Geschäftspartner Süleyman Arayan, 32, selbst Gründer eines IT-Unternehmens, das Firmen-Reiseportal Atlatos entwickelt.

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Angepasst an die Reiseregeln ihres Unternehmens, können die Kunden über das Atlatos-Portal Hotels, Flüge, Mietwagen und Bahnfahrten buchen. Atlatos verdient an Provisionen, Lizenzgebühren und Schulungen. Solche Systeme gab es für kleinere Unternehmen bislang nicht. Und weil bei Atlatos die Bestellungen Tausender kleiner Unternehmen zusammenlaufen, kann das Portal seinen Kunden Preise bieten, die Reiseveranstalter sonst nur Großkunden einräumen. Investoren sind neben einigen Business Angels die Investitionsbank Hessen. IdentPro

In einer globalen Wirtschaft ist es für viele Unternehmen überlebensnotwendig, vorhersagen zu können, wo auf der Welt die Bauteile für ihre Produktion stecken. So lassen sich Engpässe früher erkennen und umgehen. Michael Wack hat ein Überwachungswerkzeug für die weltweite Kontrolle von Kisten, Kartons und Paletten entwickelt. Basis des Systems ist ein neuartiger Chip. Auf einer Kiste aufgeklebt, funkt er zum Beispiel Herkunftsort, Ziel und Inhalt per RFID (Radiofrequenz-Identifikation) an einen Empfänger, bis zu 30 Meter weit.

Neu an Wacks Chips ist, dass sie mit einer millimeterünnen, papierartigen Batterie ausgestattet sind. Das steigert ihre Funkleistung enorm. Sie lassen sich weder von Wasser noch von Containerwänden irritieren. Neben dem Chip liefert Wack sämtliche Hardware, um die Mini-Sender zu orten, sowie ein ausgeklügeltes Softwaresystem, das die Daten aus der ganzen Welt sammelt. Automobilhersteller, Flugzeugbauer und Autovermieter testen das System bereits. IdentPro hat fünf Mitarbeiter - 20 will Wack in den nächsten Jahren anheuern. Die erste Finanzierung lag bei mehreren Millionen Euro, Investoren sind Wack selbst und sein Onkel Oskar Wack. Phorms

Bessere Schulen, die auch noch wirtschaftlich erfolgreich sind: Das ist das Ziel von Bea Beste, 38. Mit ihrem Geschäftspartner Alexander Olek, 38, Gründer der Biotech-Firma Epigenomics, entwickelte sie die Phorms-Schule. Ihre Idee: Eine private Bildungsanstalt mit ganztägiger Betreuung, zweisprachigem Unterricht, musikalischer Früherziehung und individueller Förderung der Kinder. Eltern von Phorms-Schülern zahlen zwischen 220 und 860 Euro monatlich, je nach Einkommen.

Inzwischen gibt es die neuen Schulen in Berlin, Köln, Frankfurt und München. Weitere sind in Hamburg und Hannover geplant. Zurzeit beschäftigt das Unternehmen 80 Mitarbeiter. Finanziert ist Phorms mit knapp drei Millionen Euro. Eine weitere Runde über 3,8 Millionen Euro läuft gerade. Größter Investor: Alexander Olek. Weitere Geldgeber unter anderem: Rolf Schmidt-Holtz (CEO von Sony BMG) und Antonella Mei-Pochtler (Senior-Partnerin bei der Boston Consulting Group). RealEyes

Ein Fenster zum Strand, mitten in der Großstadt? Oder ein Auto, das in einem Schaufenster stecken bleibt? Das kann man bald haben. Mit täuschend echten 3-D-Fotos will das High-Tech-Startup RealEyes die Fotografie revolutionieren. Das Kieler Unternehmen steht kurz davor, das erste echte 3-D-Bild auf den Markt zu bringen, für das man keine Spezialbrille braucht.

Das Bild soll eine realistische, bis zu kilometerweite räumliche Tiefenwirkung haben. RealEyes will neue Maßstäbe setzen in der Architektur, wo geplante Gebäude besser dargestellt werden können. Ebenso in der Werbung, der Kunst oder der Medizintechnik. Initiator des Projekts ist der Physiker Felix von Laffert, der sich schon lange mit dreidimensionaler Darstellung beschäftigt.

Unterstützung holte er sich von seinem Cousin Bodo von Laffert, dem Gründer der Edel-Fastfoot-Kette Sushi Factory. Für das Tagesgeschäft ist sein Freund, der Jurist Philipp von Trotha, zuständig. RealEyes ist mit knapp zwei Millionen Euro finanziert. Zu den Investoren gehören das Land Schleswig-Holstein sowie die Familie von Laffert. Technischer Partner von RealEyes ist das Fraunhofer Institut für Physikalische Messtechnik in Freiburg.

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