Zertifikate: Mit Rohstoffzertifikaten alles auf Zucker

Zertifikate: Mit Rohstoffzertifikaten alles auf Zucker

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Zuckerlagerhaus

von Anton Riedl

Zertifikate auf Weizen, Zucker oder Gold brachten bisher atemberaubende Gewinne. Wo jetzt noch der Einstieg lohnt, welche Papiere sich für langfristige Anleger eignen.

Peer Steinbrück ist ein vorsichtiger Mann. Staatsanleihen, bekannte der Ex-Finanzminister vor Kurzem, habe er keine. Dafür aber „einige Rohstoffzertifikate“. Welche genau, das sagte Steinbrück natürlich nicht. Doch wenn er nicht gerade auf sinkende Kurse spekuliert hat – und das sollte man einem ehemaligen Finanzminister dann doch nicht zutrauen –, dürfte Steinbrück damit ziemlich gut im Gewinn stehen. Hat er diese Zertifikate nach dem 1. Januar 2009 gekauft, muss er allerdings, wenn er die Papiere versilbert, kräftig Steuern zahlen.

Von diesem Schicksal werden auch die wiwo.de-Leser nicht verschont bleiben, die den Zertifikate-Empfehlungen dieses Jahres gefolgt sind. Von den 23 in diesem Jahr bisher vorgestellten Rohstoffzertifikaten sind 21 ins Plus gelaufen. An der Spitze stehen Zertifikate auf den Zuckerpreis, die in sieben Monaten bis zu 340 Prozent plus schafften. Zertifikate auf Baumwolle, auf Gold und Silber erreichten Gewinne von mehr als 100 Prozent.

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Vor allem bei aktiven Anlegern gehören Rohstoffzertifikate derzeit zu den großen Favoriten – zu Recht. Rohstoffe sind elementar. Sie sind den Menschen näher als Aktien und Anleihen. Schon beim Frühstück Kaffee und Zucker, Weizen fürs Brot, Baumwolle für die Kleidung. Warum dann nicht, wenn man sich schon über teures Benzin beim Tanken ärgert, auch Ölzertifikate kaufen und mitverdienen, wenn der Ölpreis steigt?

Der führende Rohstoffindex CRB zeigt, dass der Anstieg der Rohstoffnotierungen noch keineswegs zu Ende sein dürfte. So wird die Nachfrage nach Rohöl bei einer anziehenden Weltkonjunktur weiter zunehmen. Die Wirtschaft im größten Verbraucherland der Erde, in China, wird nach Schätzungen der OECD im nächsten Jahr um zehn Prozent wachsen. "Man kann die Bedeutung Chinas für den weltweiten Energieverbrauch kaum überschätzen“, sagen die Ölexperten der Internationalen Energie Agentur.

Ähnlich hoch wird das Wachstum in Indien ausfallen, das mittlerweile zu den fünf größten Energieverbrauchern der Erde gehört. Geht die Erholung in den klassischen Industrieländern mit rund zwei Prozent plus im nächsten Jahr weiter, steigt auch hier die Ölnachfrage.

Agrargüter und Edelmetalle

Wachstum und fortschreitende Industrialisierung der Schwellenländer werden den Bedarf an Metallen erhöhen. „Wir setzen langfristig auf Industrierohstoffe, die in einem konjunkturellen Aufschwung benötigt werden, vor allem Kupfer und Aluminium“, sagt Burkhard Wagner, Vorstand des Münchner Vermögensverwalters PVM. Auch nachdem Zertifikate auf Kupfer in diesem Jahr schon bis zu 38 Prozent gebracht haben, sind sie ein Kauf. Die Kurse der Zertifikate auf den Nachzügler Aluminium sind sogar gerade erst angesprungen.

Eine Pause dürfte die Hausse der Agrarrohstoffe einlegen. Hier kam es wegen der Dürre im Sommer bei Mais und Weizen zu enormen Preisaufschlägen. Nach einer vorübergehenden Beruhigung wird sich der langfristige Trend aber wieder durchsetzen. Eine wachsende Weltbevölkerung, steigender Fleisch- und Genussmittelkonsum bei weltweit begrenzten Anbauflächen können die Preise für landwirtschaftliche Produkte weiter treiben.

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