Zertifikate: Sicher in Zertifikate investieren

Zertifikate: Sicher in Zertifikate investieren

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Wer Zertifikate kauf, sollte möglichst wenig auf Bank-Verkäufer hören. Was Anleger jetzt wissen müssen.

Wer auf Zertifikate setzt, braucht eine zahlungsfähige Bank, einfache Papiere und sollte möglichst wenig auf Bank-Verkäufer hören. Was Anleger jetzt wissen müssen.

Milliardär Hasso Plattner will sie nicht: „Ich habe meinen Berater in den vergangenen Monaten gefragt, ob wir zum Beispiel Derivate besitzen. Wir hatten sie nicht“, sagte der Mitgründer des Software-Konzernes SAP – und war beruhigt, denn: „Ich verstehe die nämlich nicht.“ Auch Fachleute, die seit Generationen mit Geldgeschäften zu tun haben, sind bisweilen skeptisch. „Wir haben nie verstanden, was an den meisten Zertifikaten besser sein sollte als an einer klassischen Aktien- oder Anleiheanlage“, sagt der Frankfurter Bankier Friedrich von Metzler.

Sind Zertifikate also Luftgebilde, mit denen Anleger ihr Vermögen nicht vermehren, sondern – wie in der Finanzkrise anhand der Pleite der amerikanischen Lehman-Bank offensichtlich geworden – ihr Geld sogar vernichten? Während Investoren, die ihr Geld auf Konten von Lehman Brothers angelegt hatten, vom deutschen Einlagensicherungsfonds Geld zurückbekommen, gingen Käufer von Lehman-Zertifikaten bislang fast immer leer aus – es sei denn, ihre Banken diagnostizierten eigene Beratungsfehler und zeigten sich kulant. Wütende Zertifikate-Anleger demonstrierten deshalb vergangene Woche anlässlich eines Bankenkongresses in Mainz: „Rente, Häuschen, Studienwelt: Mit Lehman platzte mehr als Geld!“

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Noch halten sich Anleger mit Zertifikaten zurück

Doch es gab auch durchaus Anleger, die mit Zertifikaten anderer Emittenten im vergangenen Jahr ihre Verluste begrenzen oder sogar Gewinne machen konnten. „Bei Aktienfonds, die auf strukturierten Produkten wie Zertifikaten basieren, konnten wir im vergangenen Jahr die Verluste relativ zum Aktienmarkt spürbar eindämmen“, sagt Michael Hinz, Vorstand der Vermögensverwaltung MPF aus Wuppertal. „Gegenüber reinen Aktien- und Anleiheinvestments können Zertifikate durchaus einen Mehrwert bieten“, so Hinz.

Zertifikate-Handel stabilisiert sich

Auch private Anleger haben die Chance, mit Zertifikaten Geld zu verdienen. Von den 82 Zertifikate-Empfehlungen der WirtschaftsWoche aus dem Jahr 2008 landete weit mehr als die Hälfte im Plus. Die sieben besten schafften in der Spitze Kursgewinne von 120 Prozent bis 691 Prozent. Vor allem die Absicherung gegen Kursrückgänge mithilfe von Zertifikaten und Optionsscheinen und die Spekulation auf Baisse hatte sich bewährt. 2009 dürfte es für Anleger darum gehen, schrittweise neue Investments mit Risikoschutz aufzubauen und Geld kurzzeitig anzulegen, bis sich die Aussichten an den Märkten aufklaren.

Noch aber halten sich die Anleger zurück. Innerhalb eines Jahres verringerte sich das in Zertifikaten angelegte Geld um mehr als 40 Prozent. „Vor allem der Oktober war sehr schwierig“, sagt Peter Schirmbeck, Zertifikate-Chef der DZ Bank, „seit November stabilisiert sich das Geschäft wieder.“ Aktuell haben deutsche Sparer an die 75 Milliarden Euro in Garantiepapieren, Indextrackern, Discounts, Bonuszertifikaten und anderen Spielarten dieser Papiere investiert. Ob sie damit Erfolg haben, hängt wesentlich davon ab, wie sie die Risiken dieser Papiere in den Griff bekommen. Drei Schritte helfen, den Weg aus der Krise zu finden.

Erster Schritt: Suchen Sie sich eine sichere Bank!

Der Lehman-Schock sitzt tief. Spätestens mit der Pleite der amerikanischen Emissionsbank im vergangenen September ist jedem Sparer klargeworden, dass ein Zertifikat keine substanzielle Anlage wie eine Aktie oder eine Immobilie ist. Wer ein Zertifikat kauft, leiht sein Geld der herausgebenden Bank, er gibt ihr gleichsam einen Kredit. Dafür bekommt er eine bestimmte Rendite in Form eines Bonus, eines Rabatts oder einer Kapitalgarantie – Letztere greift aber nur, wenn die Bank überlebt. Ihr Geld zurückholen können Anleger via Börsenverkauf oder per Einlösung der Papiere zur Fälligkeit. Ist die Bank wie Lehman dazu nicht mehr in der Lage, droht Totalverlust.

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