Zu geringe Erlöse bei Landesausstieg: Finanzkrise hemmt NRW-Verkaufspläne für WestLB

Zu geringe Erlöse bei Landesausstieg: Finanzkrise hemmt NRW-Verkaufspläne für WestLB

Die internationale Finanzmarktkrise macht die Hoffnungen des Landes Nordrhein-Westfalen zunichte, beim Verkauf ihres WestLB-Anteils ordentlich Geld zu verdienen. Deshalb rechnet NRW-Finanzminister Helmut Linssen (CDU) derzeit nicht mit einer Veräußerung des Landesanteils.

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WestLB-Chef offen für Zusammenschluss mit LBBW, Foto: dpa

Das machte der Landesminister nach einer Diskussion im Finanzausschuss des Düsseldorfer Landtags deutlich. Das Land hält direkt und indirekt rund 38 Prozent an der WestLB AG. Es komme jetzt darauf an, dass die Eigentümer zur Landesbank stünden, hatte Linssen zuvor in der Sondersitzung des Ausschusses erklärt. Die US-Hypothekenkrise und umfangreiche Fehlspekulationen drücken die drittgrößte deutsche Landesbank in diesem Jahr tief in die Verlustzone. Der Vorstand hatte am Montagabend eine Gewinnwarnung herausgegeben, die mit „erheblichen Kursverlusten von strukturierten Wertpapieren“ in den vergangenen Wochen begründet wurde. Für das Gesamtjahr 2007 wird demnach ein Verlust vor Steuern von mehr als 100 Millionen Euro erwartet. Die WestLB schrieb bereits im ersten Halbjahr rote Zahlen. Infolge von Fehlspekulationen verlor die WestLB in ihrem Eigenhandel mehr als 600 Millionen Euro. Linssen: Zukunft der WestLB wird sorgfältig durchdacht Linssen erklärte im Ausschuss, dass das Land angesichts der WestLB-Gewinne in den Jahren 2005 und 2006 ursprünglich den Verkauf des Landesanteils ins Auge gefasst habe. „Wir waren auf dem Weg der Besserung“, sagte der Minister. Die CDU/FDP-Koalitionsvereinbarung sehe aber auch vor, dass mit dem Anteil das Beste für Nordrhein- Westfalen geschehen solle. Die Eigentümer der WestLB, zu denen auch die Sparkassenverbände Rheinland und Westfalen sowie kommunale Landschaftsverbände gehören, denken nach Darstellung von Linssen intensiv über das Geschäftsmodell der WestLB AG nach. Kritik von Oppositionsabgeordneten, dass sich die Landesregierung in Sachen WestLB im „Winterschlaf“ befinde und zu zögerlich agiere, wies Linssen zurück. Die WestLB sei keine „Pommes-Frites-Bude“. Ohne Verzögerung werde die komplexe Fragestellung zur Zukunft der WestLB sehr sorgfältig behandelt. Es liefen zahlreiche Gespräche. Für eine Kapitalerhöhung bei der WestLB sehe weder er noch der Chef des Düsseldorfer Bankkonzerns, Alexander Stuhlmann, „akuten Bedarf“, erklärte Linssen und reagierte damit auf einen Zeitungsbericht. Entscheidung über WestLB noch 2007 Das Land hat eine ausländische Bank beauftragt, die Möglichkeiten für den Landesanteil an der WestLB auszuloten. Die Ergebnisse werden nach jüngsten Angaben aus dem NRW-Finanzministerium in der zweiten November-Hälfte erwartet. Die Sparkassenverbände in NRW favorisieren einen Zusammenschluss der nordrhein-westfälischen Landesbank mit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) zum dann zweitgrößten deutschen Geldhaus. Bei mehreren Treffen im Sommer fanden das Land NRW und die beiden Sparkassenverbände, die die WestLB-Mehrheit besitzen, keine gemeinsame Lösung. Die Entscheidung soll noch im Jahr 2007 fallen.

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