Artenschutz: Tigerbestand erholt sich leicht

Artenschutz: Tigerbestand erholt sich leicht

, aktualisiert 11. April 2016, 11:06 Uhr
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Seit 2010 hat sich der Bestand um rund ein Fünftel erhöht.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Zahl der wild lebenden Tiger ist seit 2010 um etwa ein Fünftel gestiegen. Ein Grund für Entwarnung bedeutet das aber nicht. Ab Dienstag wollen die 13 Tigerländer beraten, wie es weitergeht.

Neu DelhiEs gibt wieder fast 4000 wild lebende Tiger auf der Welt. Das melden die Umweltstiftung WWF und die Tierschutzvereinigung Global Tiger Forum. Damit hat sich der Bestand seit 2010 um rund ein Fünftel erhöht.

„Zum ersten Mal seit Jahrzehnten steigt die Zahl der wild lebenden Tiger zumindest in einigen Ländern wieder an“, kommentiert Eberhard Brandes, Geschäftsführer und Vorstand des WWF Deutschland, die Zahlen. Dies sei ein Grund zur Hoffnung, die Tiger vor dem Aussterben retten zu können, aber noch kein Grund zur Entwarnung.

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Anlass für die Bestandsaufnahme ist eine dreitägige Konferenz zum Schutz der Raubkatzen, die am Dienstag in der indischen Hauptstadt Neu Delhi beginnt. Dort kommen Minister der 13 Länder zusammen, in denen noch Tiger leben oder vermutet werden.

Das Treffen markiert die Halbzeit zwischen der ersten Tigerkonferenz im Jahr 2010 und dem Jahr 2022. 2010 hatten die Tigerländer sich in St. Petersburg getroffen. Damals befand sich die Zahl der wild lebenden Tiger auf dem Tiefstand von 3200 Tieren. Die Minister einigten sich darauf, diese Zahl bis 2022 möglichst zu verdoppeln.

Den größten Zuwachs gab es seitdem in Indien, wo die Tigerpopulation um mehr als 500 Tiere zulegte, auf geschätzt gut 2200. Auch in Nepal nahm die Zahl der Tiger deutlich zu, mit knapp 200 liegt sie dort um rund zwei Drittel höher als noch vor sechs Jahren.


Die größten Gefahren für die Tiere bestehen fort

In einigen Gegenden werden aber auch deutlich weniger Tiger gemeldet. So teilte zum Beispiel das indische Nachbarland Bangladesch im vergangenen Jahr mit, dass statt der zuvor geschätzten rund 400 Tiere nur gut 100 in dem Teil des größten Mangrovenwalds der Welt leben, der zu Bangladesch gehört.

Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass dieser Rückgang auch an zu optimistischen Schätzungen in der Vergangenheit liegt. Modernere Zählmethoden, die zum Beispiel Bilder aus Kamerafallen statt Tatzenabdrücke verwenden, sind verlässlicher. Insgesamt könne ein Teil des Populationszuwachses bei den Tigern auch an verbesserten Zählmethoden liegen, kommentierte der WWF.

Die größten Gefahren für die Raubkatzen bestehen weiter fort: Wilderei und schrumpfender Lebensraum. Seit dem Jahr 2000 zählt der WWF fast 1600 illegal gewilderte Tiger, die von den Behörden weltweit beschlagnahmt wurden. Tierschützer warnen zum Beispiel auch vor einer im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh geplanten Diamant-Mine, die wichtige Tiger-Lebensräume voneinander trennen könnte.

„In den nächsten sechs Jahren bleibt alle Hände voll zu tun, damit wir unser Ziel der Bestandsverdopplung erreichen“, sagt WWF-Mann Brandes. „Doch eine gute und vielversprechende Basis dafür ist gelegt.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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