Assekuranz im Dschungelcamp: Ich bin versichert, holt mich hier raus!

Assekuranz im Dschungelcamp: Ich bin versichert, holt mich hier raus!

, aktualisiert 23. Januar 2016, 11:19 Uhr
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Ex-Fußballer Thorsten Legat bricht sich ein Stück seines Backenzahns beim Verzehr eines Ochsenpenis' ab. Jürgen Milski inspiziert die Unfallstelle.

von Kerstin LeitelQuelle:Handelsblatt Online

Das aktuelle Fernsehprogramm bietet selbst für die sonst so konservative Versicherungsbranche Gesprächsstoff. Sowohl beim „Dschungelcamp“ als auch beim „Bachelor“ sind Versicherungsexperten involviert.

MünchenWas sind das derzeit doch für aufregende Zeiten für Versicherungsexperten! Und damit sind diesmal nicht wieder die tiefgreifenden Veränderungen durch die Niedrigzinsphase, die Digitalisierung und die Einführung der Kapitalregeln Solvency II gemeint. Nein, es ist viel profaner: Gleich zwei Fernsehsendungen sorgen in der Branche für Gesprächsstoff.

Zum einen der Quoten-Hit Dschungelcamp beziehungsweise die Sendung „Ich bin ein Star – holt mich hier raus!“, die gerade zum zehnten Mal auf RTL läuft. Wenn einer der mehr oder weniger prominenten Teilnehmer zur Dschungelprüfung antreten muss, ekeln sich über sechs Millionen Zuschauer vor den deutschen Fernsehgeräten.

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Darunter dürften auch einige Versicherungsexperten sein – schließlich hat sich RTL in der Branche Unterstützung für die Sendung geholt. Wie eine Sprecherin des Senders anlässlich der Ausstrahlung einer früheren Staffel dem Versicherungsverband GDV erzählte, seien Versicherungspakete geschnürt worden, um die Kandidaten gegen Invalidität abzusichern, für medizinische Maßnahmen, Krankenhausaufenthalte oder gar Rehabilitationsmaßnahmen.

Und es wurden zahlreiche Sicherheitsmaßnahmen getroffen. So wird das Camp im australischen Dschungel rund um die Uhr von einer Sicherheitsfirma bewacht. Über 300 Parkranger sollen im Einsatz sein, berichtet Ex-Dschungel-Camper Costa Cordalis. Schon bevor die Kandidaten in das Lager einzogen, wurden rund um das Camp unerwünschte Dschungeltiere eingesammelt, damit kein Bewohner von einer giftigen Schlange gebissen werden kann. Planen schützen Camp und Kameras gegen Feuchtigkeit. Ein Psychologe steht bereit, ebenso wie ein Arzt. So könne man die Kandidaten etwa bei einem Spinnenbiss sofort erstversorgen und dann in ein Krankenhaus bringen.


Ochsenpenis beschädigt Backenzahn

Müsste die Show durch eine Krankheit aller Camp-Insassen vorzeitig abgebrochen werden, wäre das für den Sender eine Katastrophe, als „worst case“ gilt eine Magen-Darm-Grippe oder eine Lebensmittelvergiftung – schließlich könne man die Leute nicht einfach auf den Pritschen liegen lassen und filmen. Hygienische Bedenken angesichts der zahllosen Kakerlaken, Asseln und anderen Insekten sind nicht nötig, wie RTL in der Vergangenheit beruhigt hatte: Die Tiere werden für die Dschungelprüfungen größtenteils von einem lokalen Züchter geliefert und sind medizinisch unbedenklich.

Aber trotz aller Sicherheitsmaßnahmen ist in der aktuellen Staffel schon ein Versicherungsschaden entstanden: Bei der ersten Dschungelprüfung biss sich Ex-Fußballer Thorsten Legat beim Verzehr eines Ochsenpenis' ein Stück seines Backenzahns ab. Ein Fall für den Zahnarzt – und die entsprechende Zahnzusatzversicherung.

Also wahrhaft ein Format, das zum Fachsimpeln in der Assekuranz einlädt. Für Versicherungsfachleute, die das Dschungelcamp trotzdem nicht zu schätzen wissen, gibt es einen weiteren Fernsehtipp: In Kürze beginnt die TV-Show „Der Bachelor“, in diesem Jahr mit einem Mitarbeiter des Versicherungsriesen Ergo in der Hauptrolle. Der soll da keine Versicherungen verkaufen, sondern Rosen an 22 leichtbekleidete Damen verteilen, die sich ihm an den Hals werfen. Ein Schelm, wer sich da an frühere Betriebsausflüge des Versicherungskonzerns erinnert fühlt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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