Aufgrund Bonuskürzung: Credit-Suisse-Chef verdient weniger

Aufgrund Bonuskürzung: Credit-Suisse-Chef verdient weniger

, aktualisiert 18. April 2017, 09:50 Uhr
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Der Credit-Suisse-Chef verdient trotz der tiefroten Zahlen des Geldhauses für Schweizer Verhältnisse immer noch gut.

Quelle:Handelsblatt Online

Tidjane Thiam, Chef der Credit-Suisse, muss 2016 auf Geld verzichten und verdient nun 10,24 Millionen Franken. Das Schweizer Geldhaus hat die Boni nach Protesten deutlich reduziert – und steht vor weiteren Problemen.

ZürichDas Gesamtgehalt von Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam für das vergangene Jahr sinkt im Zuge der Bonuskürzung für die Geschäftsleitung auf 10,24 Millionen Franken (9,58 Millionen Euro) von zuvor geplanten 11,9 Millionen Franken. Das geht aus dem am Dienstag von der Bank veröffentlichten aktualisierten Vergütungsbericht hervor.

Nach Protesten von Aktionärsvertretern hatte die Bank angekündigt, die kurzfristigen Boni für die Geschäftsleitung für 2016 und die langfristigen Boni für 2017 um je 40 Prozent zu reduzieren.

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Wie am Karfreitag bekannt geworden war, hatten Bankchef Tidjane Thiam und die Geschäftsleitung dies dem Verwaltungsrat vorgeschlagen. Auch der Verwaltungsrat selbst hat beschlossen, seine Vergütung auf dem Niveau von 2015 und 2016 zu belassen und auf die für 2017 vorgesehene Erhöhung zu verzichten.

Die zweitgrößte Schweizer Bank verwies darauf, dass einige Aktionäre „Vorbehalte bezüglich der zugeteilten variablen Vergütung für die Geschäftsleitung geäußert“ hätten. Unter anderem hatte sich der einflussreiche amerikanische Stimmrechtsberater ISS gegen die variable Vergütung der Geschäftsleitung von insgesamt fast 80 Millionen Franken (75 Millionen Euro) ausgesprochen. Auch den Lohn des Verwaltungsrats und den Vergütungsbericht insgesamt sollen die Aktionäre auf der Generalversammlung am 28. April ablehnen, geht es nach ISS.

„Es bestehen Bedenken im Hinblick auf die Vergütung“, hatte ISS erklärt. „Trotz des zweiten Verlusts in Folge bleibt das Niveau der variablen Gehälter der Geschäftsleitung hoch.“ Das reflektiere den 5,3 Milliarden Dollar teuren Vergleich über unsaubere Geschäfte im US-Hypothekenmarkt nicht angemessen, monieren die Stimmrechtsberater.

Vor ISS hatte bereits der US-Aktionärsberater Glass Lewis den Gehaltsvorschlägen der Credit Suisse eine Absage erteilt. Vor allem angelsächsische Fonds folgen den Empfehlungen von ISS und Glass Lewis für gewöhnlich. Auch die in der Schweizer Finanzwelt einflussreiche Ethos-Stiftung stellt sich gegen die Gehaltsforderungen und empfiehlt darüber hinaus, die Wiederwahl von Präsident Urs Rohner und seines Stellvertreters Richard Thornburgh abzulehnen.

Credit Suisse wies im vergangenen Jahr einen Fehlbetrag von 2,7 Milliarden Franken aus. Zudem ist die Bank in einen neuen, europaweiten Steuerskandal verwickelt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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