Ausgestorbener Riesenvogel: Der Mensch ist dem Donnervogel nicht gut bekommen

Ausgestorbener Riesenvogel: Der Mensch ist dem Donnervogel nicht gut bekommen

, aktualisiert 29. Januar 2016, 12:42 Uhr
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Die Illustration zeigt den ausgestorbenen Donnervogel Genyornis newtoni auf der Flucht vor einer Raubechse.

Quelle:Handelsblatt Online

Vogeleier von der Größe einer Melone – für die ersten Menschen, die Australien besiedelten, müssen die Nester der Donnervögel sehr verlockend gewesen sein. Dem fluguntauglichen Riesenvogel bekam das gar nicht gut.

BoulderEierschalen haben es nach rund 50.000 Jahren enthüllt: Die ersten Menschen Australiens haben zum Aussterben der riesigen Donnervögel zumindest beigetragen. Sie sammelten die melonengroßen Eier der fluguntauglichen Tiere ein und erhitzen sie.

US-Forscher hatten die Reste angerußter Eierschalen der Donnervogelart Genyornis newtoni untersucht. Sie kommen zu dem Schluss, dass nicht mehr nur klimatische Veränderungen für das Aussterben der Mega-Vögel verantwortlich gemacht werden können. Über ihre Untersuchungen berichten die Wissenschaftler aktuell im Fachjournal „Nature Communications“.

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Ein Zersetzungsprozess in den teils angeschwärzten Schalen zeigte, dass die Schalen einer großen Hitze ausgesetzt waren – allerdings nicht gleichmäßig. „Es ist nicht vorstellbar, dass ein Wildfeuer solche extremen Temperaturunterschiede erzeugen kann“, erklärte Studienleiter Gifford Miller. Alles deute darauf hin, dass die ersten Siedler die Eier im Feuer erhitzten und die Schalen dabei ungleichmäßig anbrannten.

Genyornis newtoni sah aus wie die Mischung aus einer etwa zwei Meter großen Gans und einem Strauß. Die Forscher datierten die analysierten Überreste der Eierschalen aus über 200 Fundstellen in Australien auf ein Alter zwischen 54.000 und 44.000 Jahren.

Die Vogelart gehörte zu der ausgestorbenen prähistorischen Megafauna Australiens. Zu den enorm großen und schweren Tieren zählten auch ein Riesen-Känguru und eine Schildkröte, die so groß wie ein Kleinwagen war.

Bislang war nicht eindeutig wissenschaftlich belegt, dass damalige Menschen die Tiere der Megafauna Australiens jagten oder ihre Eier aßen. Denn die Funde Australiens sind älter als die auf anderen Kontinenten und die klimatischen Bedingungen auf dem fünften Kontinent beschleunigten den Zersetzungsprozess.

In anderen Regionen hatten Forscher schon früher festgestellt, dass Menschen mit der Jagd zum Aussterben bestimmter Tierarten beitrugen. So rotteten die ersten Siedler Neuseelands beispielsweise den Laufvogel Moa innerhalb von weniger als 200 Jahren aus. Auch das Aussterben der Mammuts auf mehreren Kontinenten führen viele Forscher auf den Menschen zurück. Andere beliebte Jagdopfer hingegen, wie zum Beispiel die Rentiere, überlebten bis heute.

Quellle:  Handelsblatt Online
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