Autobauer: Kooperation zwischen BMW und GM vor dem Abschluss

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Autoproduktion im BMW-Werk in Dingolfing

von Martin Seiwert

Der BMW-Chef spannt ein Netz weltweiter Kooperationen: Er will nicht nur mit Toyota zusammenarbeiten, sondern auch mit General Motors.

Die Ankündigung erregte schon auf der Tokyo Motor Show Anfang Dezember Aufsehen: BMW, der weltgrößte Hersteller von Premiumautos, verbündet sich mit Toyota, dem größten Autobauer überhaupt. Beide Unternehmen wollen in der technischen Entwicklung von Elektroautos zusammenarbeiten. Nun folgt der nächste Paukenschlag. Wie die WirtschaftsWoche aus Branchenkreisen erfuhr, steht ein Kooperationsvertrag zwischen BMW und der amerikanischen Opel-Mutter General Motors (GM) kurz vor dem Abschluss.

Der Plan: BMW erhält von GM Brennstoffzellen-Technologie und beteiligt sich im Gegenzug an den Forschungskosten in diesem Bereich. Die Verhandlungen liefen auf Hochtouren und seien weit fortgeschritten, berichten Insider. Nach der Automesse in Detroit, die Mitte Januar beginnt, soll die Partnerschaft mit einer Absichtserklärung, einem Memorandum of Understanding, besiegelt werden. Noch will sich GM nicht dazu äußern. BMW bestätigt nur, dass es Verhandlungen mit dem US-Autobauer gibt.

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Die neuen Partnerschaften sind für BMW strategisch wichtig. Zwar geht es zunächst nur um Forschungskooperationen auf klar abgegrenzten Feldern wie der Batterietechnik im Fall Toyota und der wasserstoffbetriebenen Brennstoffzelle in der Zusammenarbeit mit GM. Aber insgeheim hofft BMW-Chef Norbert Reithofer auf mehr: Läuft die gemeinsame Sache gut, soll die Partnerschaft auf weitere Bereiche ausgeweitet werden. Zum Austausch von Know-how könnte die Lieferung von Teilen kommen. Schon jetzt versorgt BMW GM mit Getrieben. Und Toyota soll laut Kooperationsvertrag künftig Dieselmotoren von BMW bekommen.

Ganz bewusst hat Reithofer mit Toyota und GM den japanischen und den amerikanischen Marktführer ausgesucht. In Europa arbeitet BMW eng mit dem französischen PSA-Konzern (Peugeot-Citroën) zusammen, nach Volkswagen die Nummer zwei in Europa. Das weltweite Netz von Kooperationen mit führenden Autobauern soll die Unabhängigkeit von BMW sichern. Allein wären die Münchner kaum in der Lage, bei allen Zukunftstechnologien vorne mitzuspielen und zu wettbewerbsfähigen Kosten zu produzieren. Denn nach Stückzahlen ist die weiß-blaue Marke nur Nummer 14 in der Weltrangliste. Eine gegenseitige Beteiligung von BMW, Toyota und GM schließen die Unternehmen jedoch aus. Als abschreckendes Beispiel gilt bei BMW die Fusion zwischen Daimler und Chrysler, die der damalige Daimler-Chef Jürgen Schrempp als „Hochzeit im Himmel“ ankündigte und die als Desaster endete. Reithofer bevorzugt irdische Bündnisse.

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