Bafin-Chef Hufeld: „Den größten Banken drohen die größten Probleme“

Bafin-Chef Hufeld: „Den größten Banken drohen die größten Probleme“

, aktualisiert 12. Juni 2016, 16:38 Uhr
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Der Bafin-Chef warnt vor den Brexit-Folgen für Großbanken.

Quelle:Handelsblatt Online

Entscheiden die Briten sich am 23. Juni für den Brexit, drohen vor allem Großbanken dramatische Folgen, warnt Bafin-Chef Felix Hufeld. Mit den deutschen Instituten geht er hart ins Gericht.

FrankfurtDeutschlands oberster Bankenaufseher Felix Hufeld warnt vor den Folgen eines EU-Austritts von Großbritannien für die deutschen Geldhäuser. Sollten die Briten am 23. Juni für den Brexit votieren, sei das vor allem für die Großbanken ein Problem, sagte der Chef der Finanzaufsicht BaFin dem „Tagesspiegel“ (Montagausgabe). „Die größten Institute bekämen die größten Probleme. Sie haben die meisten Handelsaktivitäten mit beziehungsweise in London.“

Hufeld geht mit den deutschen Instituten hart ins Gericht. Zwar habe sich beim Risikomanagement seit der Finanzkrise viel verbessert. „Das gilt leider nicht flächendeckend für die Art und Weise, wie Banken Geschäfte machen. Manipulationen von Standards, inakzeptable Vertriebspraktiken, Beihilfe zur Steuerhinterziehung oder zur Geldwäsche – hier liegt noch immer einiges im Argen“, kritisierte der Behördenchef. In Zusammenhang mit der Gründung von Briefkastenfirmen in Panama überprüft die Bafin nach Angaben Hufelds derzeit elf Institute intensiver. Bis die Dokumente ausgewertet sind, werde „noch einige Zeit“ vergehen.

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Umdenken müssten viele Banken immer noch bei ihren Geschäftsmodellen, forderte Hufeld. „Die Banken leben immer noch zu 80 Prozent von Zinserträgen. Das ist fatal, wenn sich die Wirtschaft abkühlt.“ Zudem müssten sich die Geldhäuser fragen, „ob sie wirklich noch alles für jeden Kunden anbieten müssen“.

Eine zu schnelle Einführung einer europäischen Einlagensicherung lehnte Hufeld ab. „Mittel- bis langfristig kann man darüber nachdenken, aber im Moment fehlt es noch an den nötigen Voraussetzungen. Derzeit wäre das Ganze auf Sand gebaut.“ In dieser Woche treffen sich die europäischen Finanzminister, um über dieses Thema zu beraten. „Wir dürfen kein Konstrukt bauen, das über die Einlagensicherung die Fehler falscher Wirtschaftspolitik auffängt und in der EU sozialisiert. So etwas könnten Sie in Deutschland niemandem vermitteln“, warnte Hufeld.

Quelle:  Handelsblatt Online
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