Banco Popular: Spanischer Krisenbank droht Abwicklung

Banco Popular: Spanischer Krisenbank droht Abwicklung

, aktualisiert 31. Mai 2017, 21:17 Uhr
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Die sechsgrößte Bank Spaniens leidet noch immer unter den Folgen des Immobilienmarkt-Zusammenbruchs im Jahr 2008.

Quelle:Handelsblatt Online

Sollte kein Käufer gefunden werden, droht dem spanischen Geldhaus Banco Popular die Abwicklung. Die Chefin der EU-Bankenabwicklungsbehörde Elke König habe eine „Frühwarnung“ erteilt, so ein Insider.

BrüsselDie Probleme des spanischen Geldhauses Banco Popular rufen einem EU-Insider zufolge die EU-Bankenabwicklungsbehörde SRB auf den Plan. Behördenchefin Elke König habe Vertreter der EU gewarnt, das Institut müsse womöglich abgewickelt werden, sollte die Suche nach einem Käufer fehlschlagen, sagte die mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Es sei eine „Frühwarnung“ ergangen. Der Schritt verdeutlicht die wachsenden Sorgen um Spaniens sechstgrößte Bank, die nach wie vor unter den Folgen des Immobilienmarkt-Zusammenbruchs im Jahr 2008 leidet.

Die SRB lehnte eine Stellungnahme ab. Ein Sprecher der Banco Popular erklärte, es werde an verschiedenen Plänen gearbeitet. Dazu zählten eine Fusion, eine Kapitalerhöhung und der Verkauf von Geschäftsteilen.

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Dem Insider zufolge erklärte König, dass der SRB die Entwicklung mit großer Aufmerksamkeit hinsichtlich eines möglichen Einschreitens verfolge. Die Fusionspläne der Bank fruchte möglicherweise nicht. Es gebe zwar allgemeine Vorbereitungen für ein Einschreiten, aber konkrete Schritte gebe es noch nicht, sagte ein zweiter Eingeweihter. Die Europäische Zentralbank (EZB), die das spanische Bankhaus überwacht, verfolge die Situation genau, sagte eine dritte Person. Auch die EZB lehnte eine Stellungnahme ab.

Die Banco Popular steht unter Druck, weil das Geldhaus deutlich mehr faule Kredite in ihrem Bestand hat als andere Banken des Landes. Unlängst musste die Bank nach einer internen Revision weitere Verluste für 2016 buchen. Zuvor hatte Banco Popular bereits einen Fehlbetrag von 3,5 Milliarden Euro für das vergangene Jahr ausgewiesen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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