Bankdienstleistungen : Gebühr nach Belieben

Bankdienstleistungen : Gebühr nach Belieben

, aktualisiert 13. April 2017, 19:16 Uhr
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Etliche Geldhäuser haben eine Kontovariante, bei der Kunden unter Umständen für Barabhebungen zahlen müssen.

von Elisabeth AtzlerQuelle:Handelsblatt Online

Viele Volksbanken und Sparkassen kassieren Geld für Barabhebungen. Das ist erlaubt, doch die Gebühren für Girokonten sind oft nicht nachvollziehbar. Das alles macht die Geldhäuser nicht glaubwürdiger. Ein Kommentar.

Bankdienstleistungen werden teurer. Etliche private und genossenschaftliche Geldhäuser sowie Sparkassen haben in den vergangenen Monaten Gebühren für Girokonten angehoben. Kein Wunder, angesichts der Minizinsen verdienen sie im klassischen Bankgeschäft auch immer weniger. Die Kontopreise sind meist zudem so kalkuliert, dass sie die eigentlichen Kosten für das Konto nicht decken. Das können sich Kreditinstitute immer weniger erlauben.

Dabei sind Konten in Deutschland vergleichsweise günstig. Die Banken selbst haben jahrelang mit billigen oder sogar kostenlosten Konten geworben - und tun das teils noch immer. Bankkunden müssen heute also zusehends genauer hinschauen, wenn es um den Preis für ihr Konto geht.

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Viele Geldhäuser bieten verschiedene Kontomodelle an, aus denen man wählen kann. Oft dabei: eine Variante, deren Grundgebühr niedriger ist, die dafür Preise für einzelne Dienstleistungen verlangt. Teils gibt es solche Kontomodelle schon seit 15 oder 20 Jahren, teils wurden sie neu eingeführt. Oft dabei: Gebühren für Barabhebungen am Automaten des eigenen Kreditinstituts.

Natürlich sind die Kunden nicht blöd, sie können die Kontopreise vergleichen. Die Geldhäuser argumentieren häufig, dass Kunden die Kosten für jedes Konto im Internet oder zumindest im Preis- und Leistungsverzeichnis fänden. Das stimmt. Jeder kann also berechnen, welche Kontovariante für ihn am günstigsten ist.

Nur: Einfach ist das nicht unbedingt. Vor allem: Leicht machen es die Geldhäuser den Kunden häufig jedenfalls nicht. Ist auf Anhieb klar, dass beispielsweise unter einer „beleglosen Buchung“, die je 30 Cent kostet, auch jede Zahlung per Girokarte fällt? Und weiß jeder tatsächlich, wie oft im Monat er ohne Bargeld im Einzelhandel zahlt? Wohl kaum.

Ist es zudem nachvollziehbar, dass bei der einen Sparkasse eine Onlineüberweisung zehn Cent kostet und bei der nächsten 20 Cent? Warum kassieren einige Geldhäuser, teils zusätzlich, für jede TAN-Geheimnummer acht oder zehn Cent? Solche Preise wirken in erster Linie willkürlich.

Auch das kann jede Bank und Sparkasse für sich entscheiden, wie sie will. Mit Kritik an ihren Gebührenmodellen und mit Fragen dazu muss sie dann allerdings rechnen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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