Banken in Europa: Der Graben wird tiefer

Banken in Europa: Der Graben wird tiefer

, aktualisiert 20. September 2017, 21:01 Uhr
von Katharina SlodczykQuelle:Handelsblatt Online

Immer mehr Banken in Europa kämpfen ums Überleben und die florierenden Institute setzen sich mehr und mehr von den kriselnden Häusern ab, sagt eine aktuelle Studie. Auch deutsche Banken könnten auf der Verliererseite stehen.

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Die Bankenberater haben insgesamt 110 Institute analysiert und sich deren Bilanzen und Geschäftsmodelle genauer angesehen.

FrankfurtKurz zusammengefasst lautet die Diagnose: Der Zustand ist kritisch. Das trifft auf 28 Prozent der europäischen Banken zu und damit sieben Prozentpunkte mehr als Ende2015. Zu diesem Ergebnis kommt die Beratungsgesellschaft Bain & Company in ihrem jüngsten Gesundheitscheck des europäischen Bankensektors. Haben vor gut einem Jahr noch 23 Institute ums Überleben gekämpft, ist diese Zahl bis Ende 2016 auf 31 gestiegen.

Die Krise der Branche sei noch lange nicht ausgestanden, sagt daher Bain-Bankenexperte Dirk Vater. Und das obwohl Geldhäuser ihr Kapital erhöht, Geschäftsteile verkauft, Risiken und Personal abgebaut haben.

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Die Bankenberater haben insgesamt 110 Institute analysiert, sich ihre Bilanz und ihr Geschäftsmodell genauer vorgenommen. Die Erfahrungen seit der Finanzkrise hätten gezeigt, es gibt eine bewährte Lösung für die Probleme der Branche, heißt es in der Studie. Wenn Regulierer und das Führungsgremium die in solchen Fällen notwendigen harten Entscheidungen auch wirklich umsetzten, dann könnte jedes Institut innerhalb von drei bis fünf Jahren die Wende schaffen.

Geldhäuser, die den Weg eingeschlagen haben, konnten ihre Position noch verbessern, so dass die Kluft zwischen den Gewinnern und Verlierern in der Bankenbranche offenbar tiefer wird: „Eine ausgewählte Gruppe von Banken, die gut abschneidet, hat ihren Vorsprung gegenüber den permanenten Nachzüglern ausgebaut“, schreiben die Autoren der Studie von Bain & Company. Zu den Gewinnern zählen sie 38 Prozent der europäischen Banken, darunter vor allem Institute aus Skandinavien, Belgien und den Niederlanden. Sie würden die Konkurrenten in bei nahezu allen Kennzahlen hinter sich lassen. Das traf Ende 2016 auf 42 Banken zu, Ende 2015 waren es 38 Institute.

Fast allen an der Studie beteiligten deutschen Geldhäusern attestieren die Bain-Experten dagegen Schwächen im Geschäftsmodell. Das trifft auf 17 Prozent der europäischen Banken zu. Sie hätten zwar ihre Bilanz weitgehend in Ordnung gebracht, aber sie hätten Probleme, ein rentables Geschäftsmodell zu finden. „Ihre Profitabilität und ihre Effizienz bewegen sich auf dem niedrigen Niveau der griechischen Wettbewerber“, heißt es.

Die Verlierer im Bankensektor kämpfen dagegen mit Bilanzproblemen und gleichzeitig auch mit massiven Schwächen ihres Geschäftsmodells. Laut Bain & Company sind diese Institute vor allem in Spanien, Italien und Portugal. Dazu zählte auch Banco Popular, die inzwischen in einem Notverkauf an die Großbank Santander ging.

Bain-Bankexperte Vater mahnt radikalere Schritte an. So könne der Sprung in die Gewinnerkategorie gelingen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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