Banken unter Zugzwang: ZEW-Chef Wambach rechnet mit längerer Phase niedriger Zinsen

Banken unter Zugzwang: ZEW-Chef Wambach rechnet mit längerer Phase niedriger Zinsen

, aktualisiert 07. Juli 2016, 15:07 Uhr
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Der Chef des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Achim Wambach, hält anhaltende Niedrigzinsen für wahrscheinlich.

Quelle:Handelsblatt Online

„Die Niedrigzinsen sind ein Problem, das sich langsam in die Wirtschaft reinfrisst“: ZEW-Chef Achim Wambach sorgt sich wegen der Geldschwemme der EZB. Ein Ende der Mini-Zinsen sieht er jedoch nicht.

FrankfurtDie Phase der ultraniedrigen Zinsen wird nach Einschätzung des ZEW-Präsidenten Achim Wambach voraussichtlich länger anhalten. Der Chef des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung hält außerdem ein rasches Ende der großen Geldschwemme der Europäischen Zentralbank für unwahrscheinlich. „Das wird tendenziell länger laufen“, sagte der 48-jährige Ökonom am Mittwochabend im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten (ICFW). Wambach, der das ZEW seit 1. April leitet und auch neuer Chef der Monopolkommission ist, sieht in diesem Umfeld Banken unter Zugzwang. „Die Unternehmen müssen darauf reagieren.“

Die Leitzinsen im Euro-Raum liegen seit März auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Geldhäuser müssen zudem seit 2014 Strafzinsen zahlen, wenn sie bei der EZB über Nacht Geld parken. Zudem sorgt das große Anleihenkauf-Programm der Euro-Wächter dazu, dass an der Börse Bondrenditen stark gesunken sind. „Die Niedrigzinsen sind ein Problem, das sich langsam in die Wirtschaft reinfrisst“, sagte Wambach, der deshalb unter den Sparkassen Übernahmen und Fusionen erwartet. Größere Geldhäuser müssten in diesem Umfeld noch mehr Eigenkapital aufbauen. „Wir haben immer noch nicht die Eigenkapitalausstattung, die wir brauchen“, bemängelte Wambach.

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Nach dem Brexit-Votum rechnet der ZEW-Chef mit einer Phase der „großen Unsicherheit“ an den Kapitalmärkten und in der Politik. Bislang hat die britische Regierung den EU-Austritt des Landes noch nicht offiziell beantragt. Wann die Verhandlungen mit der EU starten, ist völlig unklar. „Das beste wäre, wenn man die Verträge verhandelt, die es jetzt gibt“, sagte Wambach. Gerade die Briten profitierten von den freien Dienstleistungen. Die EU könne auf der anderen Seite nach dem Brexit-Votum nicht so weitermachen wie bisher. „Wir müssen mehr Entscheidungen in die Parlamente tragen.“ Das Verfahren zum CETA-Handelsabkommen mit Kanada, bei dem nun auch die nationalen Parlamente gefragt sind, sei ein erster Schritt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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