Bankenaufsicht zu Brexit: „Es wird einen Plan für jede einzelne Bank geben“

Bankenaufsicht zu Brexit: „Es wird einen Plan für jede einzelne Bank geben“

, aktualisiert 27. März 2017, 12:52 Uhr
Bild vergrößern

EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger will Geldhäusern mit Sitz in Großbritannien bei einer Verlagerung von Geschäften in die Euro-Zone im Zuge des Brexit entgegenkommen.

Quelle:Handelsblatt Online

Die EZB-Bankenaufsicht will britischen Banken bei einer Verlagerung in die Euro-Zone aufgrund des Brexit entgegenkommen. So soll es Übergangsfristen geben, damit die Banken die Anforderungen der Aufseher erfüllen können.

FrankfurtDie Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) will Banken mit Sitz in Großbritannien im Brexit-Fall entgegenkommen. „Um es Banken zu ermöglichen, umfassend unsere Anforderungen zu erfüllen, werden wir bankenspezifische Übergangszeiten erlauben“, sagte die Vizechefin der Aufsicht, Sabine Lautenschläger am Montag in Frankfurt. Das könnten in manchen Fällen Monate oder auch Jahre sein. Dabei spiele die Geschäftsaufstellung eine wichtige Rolle wie auch die Größe der Aktivitäten, die in den Währungsraum verlagert würden. „Es wird einen Plan für jede einzelne Bank geben.“

Leere Hüllen, bei denen die Bankgeschäfte tatsächlich weiter aus Großbritannien heraus geführt werden, wolle die EZB aber nicht zulassen. Die EZB-Bankenaufsicht will auch im Brexit-Fall strenge Maßstäbe an wechselwillige Auslandbanken anlegen. „Wir werden nur gut kapitalisierten und gut geführten Banken Lizenzen gewähren“, sagte Lautenschläger.

Anzeige

Großbritannien will am 29. März den Antrag auf den EU-Austritt stellen. Die britische Regierung und die EU haben dann zwei Jahre Zeit, die Bedingungen für den Abschied auszuhandeln. Danach können Banken von London aus keine Produkte mehr in den übrigen 27 EU-Staaten verkaufen. Dafür erforderlich ist dann eine Lizenz in einem EU-Land.

EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger betonte, die EZB-Aufsicht werde genau überwachen, wie Banken ihre Aktivitäten im Euroraum aufstellen. „Es gibt Bedenken, dass Banken die Zersplitterung zwischen nationalen und europäischen Aufsichtsregimen ausnutzen, um den besten Deal für sich zu erzielen“, sagte die Aufseherin. Die EZB ist seit Herbst 2014 für die Aufsicht über die großen Institute in der Euro-Zone zuständig. Inzwischen überwacht sie 126 Institute direkt unter dem Oberbegriff „Single Supervisory Mechanism“ (SSM).

Im zähen Ringen um international abgestimmte Kapitalregeln für Banken dringen die EZB-Aufseher unterdessen auf eine Einigung. „Wir müssen den Basel-III-Prozess so schnell wie möglich abschließen“, mahnte Lautenschläger in Frankfurt. Im Kern geht es darum, wie Banken Kreditrisiken kalkulieren. Davon hängt ab, mit wie viel Eigenkapital Geschäfte abgesichert werden müssen. Viele Großbanken in Europa berechnen dies mit internen Modellen, die USA favorisieren Standardvorgaben.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige

Twitter

Facebook

Google+

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%