Bankencheck von Stiftung Warentest : So reagieren die kritisierten Banken

Bankencheck von Stiftung Warentest : So reagieren die kritisierten Banken

, aktualisiert 20. Januar 2016, 18:31 Uhr
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Verbraucherschützer attestieren der Bank eine mangelhafte Beratungsleistung.

Quelle:Handelsblatt Online

Die meisten Banken und Sparkassen zeigen Einsicht nach der vernichtenden Kritik von Stiftung Warentest zu ihrer Beratungsleistung – und geloben Besserung. Doch ein Institut fühlt sich unfair behandelt.

FrankfurtMangelhaft – so lautete die Note der Stiftung Warentest für die Anlageberatung der Hypovereinsbank und der Hannoverschen Volksbank. Die Reaktion der Institute nach der Zeugnisvergabe könnte kaum unterschiedlicher ausfallen: Während die HVB Besserung gelobt, geben sich die Genossen pikiert: „Die abschließende, subjektive Bewertung der Stiftung Warentest gibt aus unserer Sicht nicht die Qualität der Beratung sowie der Anlageempfehlung wieder“, lässt der Vorstand der Hannoverschen Volksbank wissen.

Die Verbraucherschützer hatten die Finanzberatung von 23 Banken geprüft. Mit der Frankfurter Volksbank, der Sparda-Bank Berlin und der Nassauischen Sparkasse schnitten dabei nur drei Institute „gut“ ab. Bewertet wurde die Ermittlung des Kundenstatus, der Ablauf der Gespräche, die Information über Produkte und Kosten und die Lösung des Anlageproblems. Die Testkunden hatten für einen Zeitraum von zehn Jahren 45 000 Euro anlegen wollen.

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Die Hannoversche Volksbank empfahl einen Mischfonds mit starkem Aktienanteil und zwei Aktienfonds. Die Empfehlung sei mangelhaft, da sie über das vom Kunden gewünschte mittlere Risiko hinausging, so die Tester. Die Volksbank sieht das anders: Schließlich habe man bei den ersten drei Kriterien bestens abgeschnitten. Die Anlageempfehlung der Genossen hatten die Tester aber in vier von sieben Fällen als zu risikoreich eingestuft. „Die Empfehlungen unserer Beraterinnen und Berater entsprachen diesem Kundenwunsch“, hält die Bank dagegen. Dennoch wolle man nun „am konkreten Beispiel die möglichen Lösungen des Anlageproblems mit unseren Beraterinnen und Beratern diskutieren“.

Auch der Hypovereinsbank hatten die Verbraucherschützer eine mangelhafte Beratungsleistung attestiert. Sie soll gleich mehrfach gepatzt haben. Ein Vorschlag lautete, 45 000 Euro in eine FC-Bayern-Sparkarte zu investieren. Sie verzinst sich derzeit mit 0,08 Prozent. In anderen Fällen empfahlen Hypovereinsbank-Mitarbeiter den geschlossenen Dachfonds einer eigenen Tochter. Dieser ist vor Ende 2026 nicht kündbar, er beschert den Anlegern Einmalkosten von 15 Prozent, hat laufende Kosten von jährlich einem Prozent, und es besteht die Gefahr des Totalverlusts.


Hypovereinsbank gibt sich reumütig

Heinz Landwehr, Chefredakteur von „Finanztest“, ging mit der Bank hart ins Gericht: „Die Hypovereinsbank wirbt mit dem Slogan: ‚Der Aufbau eines Vermögens fängt bei der richtigen Beratung an’ – und kriegt sie doch nicht hin“, sagte Landwehr. „Gleich mehrmals empfahl sie viel zu riskante hauseigene und teure Produkte, die nicht zum Kundenwunsch passten.“

Die HVB gibt sich reumütig: „Das vom Tester dargestellte Ergebnis entspricht nicht unseren Grundsätzen in der Anlageberatung mit einer auf den Kundenbedarf zugeschnittenen und ausgewogenen Vermögensberatung“, räumt ein Sprecher ein. Man wolle die kritisierten Punkte aus den einzelnen Testgesprächen aufgreifen. Die Bank will sicherstellen, „dass eine Beratung erfolgt, die diesen Ansprüchen gerecht wird“.

Eine Kundin dürfte sich durch die schlechten Testergebnisse der HVB bestätigt sehen: Die bekannte Schauspielerin Jutta Speidel. Sie hatte 2005 auf Anraten der Bank 20 000 Euro in ein Riesenrad in Singapur investiert. 2013 jedoch ging das Riesenrad-Projekt pleite. Speidel bekam ihr Geld – wie andere Anleger auch – nie mehr zu sehen. Deswegen hatte sie die Bank verklagt.

Vor knapp einem Jahr einigten sich beide Seiten auf einen Vergleich. Die Schauspielerin soll einen niedrigen vierstelligen Betrag erhalten und im Gegenzug die Klage zurückgenommen haben.

Quellle:  Handelsblatt Online
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