Bankenregulierung: Keine Einigung über Basel IV

Bankenregulierung: Keine Einigung über Basel IV

, aktualisiert 30. November 2016, 10:44 Uhr
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Wie ein dunkler Schatten rahmt ein Fassadenteil des Doms die Bankenskyline von Frankfurt ein. Wird es bald unterschiedliche Eigenkapitalregeln für europäische Banken und US-Geldinstitute geben?

Quelle:Handelsblatt Online

Das Treffen in Chile über weltweite Kapitalregeln für Banken ist ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Streitpunkt war, wie Banken ihren Kapitalbedarf kalkulieren sollen. Generalsekretär Coen äußerte sich dennoch zufrieden.

Santiago/BerlinDer Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht hat sich bei seinem Treffen in Santiago de Chile offenbar nicht auf neue Kapitalregeln für Geldhäuser weltweit verständigen können. Basel-Generalsekretär William Coen äußerte sich in der Nacht auf Mittwoch dennoch zufrieden. „Wir haben in den vergangenen Tagen wirklich große Fortschritte gemacht“, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters.

Zwei mit den Verhandlungen vertraute Personen sagten, es sei nach wie vor das Ziel, sich bis Jahresende auf ein Abkommen zu verständigen. „Man will sich bemühen und hat es noch nicht abgeschrieben“, sagte einer der Insider. Dies könne entweder in individuellen Gesprächen oder bei einem Extra-Treffen des Baseler Ausschusses geschehen.

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Der Streit über das neue Regelwerk, das in der Branche „Basel IV" genannt wird, zieht sich schon lange hin. Strittig ist vor allem der Einsatz von internen Modellen, mit denen viele Großbanken berechnen, wie viel Eigenkapital sie für Kredite und andere Geschäfte zur Seite legen müssen. Ihrem Einsatz wollen die USA nun enge Grenzen setzen.

Viele deutsche und europäische Geldhäuser fürchten, dass die Kapitalanforderungen an sie dadurch deutlich steigen würden. Die Frage, wie der Einsatz interner Modelle durch bestimmte Hürden („Output-Floors“) beschränkt werden könne, sei nach wie vor umstritten, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person.

Für die Institute ist es sehr wichtig, dass zeitnah Klarheit herrscht. Der Status Quo ist für die Branche unerfreulich: Jeder Investor weiß, dass die Vorschriften strenger werden könnten, aber niemand weiß, wie schlimm es genau kommt. Auf einer solchen Basis ist es für viele Banken schwer, Investoren zu überzeugen oder weitreichende strategische Entscheidungen zu treffen.

Und die Ratingagentur Fitch warnt: Wenn die Regeln in den USA und der EU auseinanderdriften, werde es noch schwieriger, die Stärke unterschiedlicher Banken miteinander zu vergleichen. Auch deshalb drängen viele Aufseher darauf, noch in diesem Jahr eine Einigung zu erzielen, die dann am 10. Januar 2017 von den Chefs der Notenbanken und Aufsichtsbehörden (GHOS) verabschiedet werden kann.

Quelle:  Handelsblatt Online
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