Banker-Gehälter: Weniger Bonus für die Bosse

Banker-Gehälter: Weniger Bonus für die Bosse

, aktualisiert 15. März 2016, 10:42 Uhr
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Globale Banken schütten mehr an ganz junge Mitarbeiter aus – und weniger an das mittlere Management.

von Michael MaischQuelle:Handelsblatt Online

Die Banken müssen sparen, wo sie können. Deshalb streichen sie die Prämien für ihre Mitarbeiter kräftig zusammen. Trotzdem gibt es nicht nur Verlierer, sondern auch Gewinner im großen Bonuslotto.

FrankfurtDass es keine rauschende Bonus-Saison für die Banker in den Finanzmetropolen New York und London werden würde, war schon seit einigen Wochen klar. Jetzt lässt sich das Minus auch mit Zahlen belegen. Weil viele Wall-Street-Häuser einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen mussten, kassiert der durchschnittliche Banker dort neun Prozent weniger Bonus für das vergangene Jahr. Das hat der offizielle Rechnungsprüfer des Staates New York, Thomas DiNapoli, ausgerechnet.

Hohe Rechtsrisiken und die Flaute im Wertpapierhandel sind schuld daran. Ganz ähnlich wie in New York sieht es auch in der Londoner City aus. Allerdings heißt das noch lange nicht, dass alle Banker auf der Verliererseite stehen. Je schlechter die Zeiten, desto stärker differenzieren die Banken bei den Leistungsprämien.

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In diesem Jahr haben sich viele Institute entschlossen, ihre Nachwuchskräfte zu belohnen, während sie sich bei erfahreneren Bankern sehr viel knausriger zeigen. Neueinsteiger im Investmentbanking, die so genannten Analysts können sich nach Berechnungen des britischen Informationsdienstes Emolument über ein Plus von sage und schreibe 150 Prozent freuen – auch wenn die Boni auf dieser Stufe mit durchschnittlich 15.000 Pfund noch relativ bescheiden ausfallen.

Auch die nächst folgende Hierarchiestufe, die so genannten Associates kassieren im Schnitt noch gut 20 Prozent mehr. Dagegen setzen die Geldhäuser bei höheren Rängen wie den „Vice Presidents“ mit Minus 24 Prozent den Rotstift an. Bei den Directors kappen die Geldhäuser die Prämien sogar um bis zu ein Drittel. Mitarbeiter mit dem höchsten Rang, dem des „Managing Directors“, kommen dagegen mit einem Rückgang von acht Prozent davon.


Gekürzter Bonuspool bei der Deutschen Bank

Angesichts einer Durchschnittsprämie von 275.000 Pfund werden die Managing Directors diesen Einschnitt verkraften können. Allerdings verbirgt dieser Durchschnittswert nach Einschätzung von Emolulent große Unterschiede innerhalb der obersten Kaste der Investmentbanker. Viele MDs hätten in diesem Jahr gar keinen Bonus bekommen, während erfolgreiche Dealmaker, die lukrative Aufträge an Land ziehen, sehr hohe Summen kassiert hätten.

Diese Entwicklung sieht man etwa bei der Deutschen Bank, die zwar ihren gesamten Bonuspool um 17 Prozent zusammenstrich. Doch trotzdem schüttet sie an über hundert Mitarbeiter Prämien von einer Million Euro und mehr aus.

Insgesamt ist es den Geldhäusern aber offensichtlich wichtiger, junge Talente zu entwickeln, als sich die Treue der teuren Alt-Banker zu sichern. „Es ist eine echte Herausforderung, die Generation Z dazu zu bewegen eine Bankerkarriere anzusteuern“, meint Alice Leguay, Co-Gründerin von Emolulent. Schließlich habe die Branche eine Menge von ihrem Glamour verloren.

Quelle:  Handelsblatt Online
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