Banker nach Libor-Skandal freigesprochen: „SIEG!!!!!!!!!!!!“

Banker nach Libor-Skandal freigesprochen: „SIEG!!!!!!!!!!!!“

, aktualisiert 06. April 2017, 17:43 Uhr
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Jenkins musste in Reaktion auf den Libor-Skandal zurücktreten. Verurteilt wurden nur die beteiligten Händler.

Quelle:Handelsblatt Online

Zwei ehemalige Banker der britischen Barclays-Bank sind von einer Londoner Jury freigesprochen worden. Ihnen war die Manipulation des Referenzzinssatzes Libor vorgeworfen worden. Die Händler freuten sich auf Twitter.

DüsseldorfDas Verfahren hat sechs Wochen gedauert, nun konnte es abgeschlossen werden. Mit einem für die Angeklagten erfreulichen Ergebnis: Ryan Reich und Stylianos Contogoulas, frühere Händler der britischen Großbank Barclays, wurden für nicht schuldig erklärt. Ihnen war vorgeworfen worden, den Interbankenzinssatz Libor, der den US-Dollar-Kurs festlegt, von 2005 bis 2007 manipuliert zu haben.

Die Jury fällte ihr Urteil nach vier Stunden Beratung. Der Fall war wiederaufgenommen worden, nachdem eine andere Jury im Juli keine Entscheidung hatte treffen können. Ein Ex-Händler freuten sich auf dem Kurzmitteilungsdienst Twitter. „SIEG!!!!!!!!!!!! Die Wahrheit gewinnt immer“, teilte Contogoulas kurz nach Verlesung des Urteils am Donnerstag seinen Followern mit. Sein Kollege Reich war bereits am Vortag freigesprochen worden.

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Die jüngsten Freisprüche passen ins Bild: Die seit fünf Jahren andauernden Untersuchungen der britischen Finanzaufsicht U.K. Serious Fraud Office zu den Libor-Manipulationen haben in vielen Fällen nicht zu einer Verurteilung geführt. Das hat der der Aufsichtsbehörde den Vorwurf eingetragen, zwar die jungen Libor-Händler zu verfolgen, die wirklich verantwortlichen älteren Vorgesetzten aber zu verschonen.

Vier frühere Kollegen von Reich und Contogoulas hatten weniger Glück vor Gericht: Sie sitzen bis zu fünfeinhalb Jahre lange Haftstrafen ab. Als erster Händler war 2015 Tom Hayes, ein früherer Angestellter der Großbanken UBS und Citigroup, verurteilt worden. Sechs Händler, die mit Hayes konspiriert haben sollen, wurden freigesprochen.

Der Libor-Manipulationsskandal hat der Finanzindustrie schwer geschadet. Nach seiner Aufdeckung musste der Mechanismus zur Wertberechnung vieler in Dollar notierter Finanzprodukte geändert werden. Banken haben mehr als neun Milliarden Dollar Strafe an die Aufsichtsbehörden bezahlt, um für ihre Rolle im Skandal zu büßen. Die öffentliche Empörung führte unter anderem zur Ablösung des Barclays-Vorstandschefs Anthony Jenkins.

Die Libor-Dollar-Rate war vor Aufdeckung des Skandals von 16 Großbanken in einer täglichen Umfrage unter Händler ermittelt worden, um die Kosten für gegenseitige Kredite einschätzen zu können. Die Libor-Rate ist eine wichtige Kenngröße für viele Papiere, darunter Darlehen und Hypotheken, im Gesamtwert von 350 Billionen Dollar.

Quelle:  Handelsblatt Online
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