Bankgebühren: Wo das Geldabheben in der Mittagspause mehr kostet

Bankgebühren: Wo das Geldabheben in der Mittagspause mehr kostet

, aktualisiert 12. April 2017, 11:32 Uhr
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Kunden stehen in Berlin an Bankautomaten: Gebühren für Barabhebungen gibt es bei vielen Sparkassen und Volksbanken – zumindest in einem Kontomodell.

von Elisabeth AtzlerQuelle:Handelsblatt Online

Gebühren für Barabhebungen gibt es bei vielen Sparkassen und Volksbanken – zumindest in einem Kontomodell. Doch bei einigen Genossenschaftsbanken kostet das Geldabheben nach Feierabend oder in der Mittagspause extra.

FrankfurtBankdienstleistungen werden teuer. Viele private und genossenschaftliche Geldhäuser sowie Sparkassen haben in den vergangenen Monaten Gebühren für Girokonten angehoben. Mitunter verlangen sie auch Preise für einzelne Dienstleistungen, teils gibt es solche Kontomodelle schon seit 15 oder 20 Jahren.

Oft dabei: Gebühren für Barabhebungen am Automaten des eigenen Kreditinstituts. Wie häufig das vorkommt, hat das Verbraucherportal Biallo.de ermittelt: Gut 40 der bundesweit knapp 400 Sparkassen verlangen bei zumindest einem ihrer Kontomodelle eine Gebühr für Barabhebungen. Ähnliches gilt für mehr als 150 der knapp 1000 Volks- und Raiffeisenbanken mit einem Kontomodell, bei dem Barabhebungen unter Umständen kosten.

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Das Besondere bei einigen der Genossenschaftsbanken: Sie kassieren für Abhebungen am Automaten zu ganz bestimmten Zeiten, beispielsweise in ihrer Mittagspause – wenn also der Schalter geschlossen ist – oder ab Feierabend bis zum nächsten Morgen.

Die „Frankfurter Neue Presse“ hat drei solcher Beispiele in und in der Nähe Frankfurts entdeckt: Die Frankfurter Volksbank verlangt im Kontomodell „Einzelabrechnung“ 0,35 Euro je Abhebung zwischen 18 und 8 Uhr. Die Bank begründet das Vorgehen damit, dass sie außerhalb der Öffnungszeiten der Filialen einen höheren Sicherheitsaufwand habe, unter anderem für Alarmeinstellungen und Sicherheitsdienste. Die Gebühr gibt es bereits seit den 90er Jahren. Sie wird Kunden, die nach 18 Uhr Bares aus dem Automaten ziehen, auch nicht extra angezeigt. Vielmehr sei die Kondition Teil des Vertrags, den ein Kunde bei Kontoeröffnung mit der Bank abgeschlossen habe, so ein Sprecher der Frankfurter Volksbank.

Das Konto kostet drei Euro pro Monat, zudem müssen Kunden für einzelne Leistungen – im Branchenjargon „Buchungsposten“ – zahlen, etwa für eine Online-Überweisung acht Cent, für Dauerüberweisungen und Gutschriften je 35 Cent. Die meisten Kunden haben sich für eine andere Kontovariante der Frankfurter Volksbank entschieden, für das Pauschal- oder das Onlinekonto.

Die Volksbank Oberursel kassiert im VR-Privatkonto außerhalb der Filialgeschäftszeiten 0,35 Euro, die Raiffeisenbank Offenbach/Bieber im VR-Privatkonto außerhalb der Öffnungszeiten – also auch in der Mittagspause zwischen 13 und 14 Uhr oder am Freitagnachmittag – sogar 0,40 Euro.


Mangelnde Transparenz der Geldhäuser

Anders als bei den Sparkassen hat Biallo nicht die gesamte Liste der mehr als 150 Volks- und Raiffeisenbanken veröffentlicht. Er nennt stattdessen einige spezielle Fälle: So ist es bei der Raiffeisenbank Gotha egal, ob Kunden sich für das günstige Giro-Flex für 1,99 Euro oder das teure Giro-Fix für 6,99 Euro Monatsgebühr entscheiden: „Nach fünf Abhebungen werden 50 Cent für jede Abhebung fällig. Auch fürs Jugendkonto, obwohl Jugendliche eher dazu neigen, öfter im Monat eher kleinere Beträge abzuheben“, berichtet Biallo.

Bei der Volks- und Raiffeisenbank Muldental werden demnach nach zwei Freiposten pro Monat 60 Cent bei Barabhebungen fällig. Also auch beim relativ teuren Privatkonto Plus für 6,50 Euro im Monat.

Was Biallo grundsätzlich mit Blick auf die Genossenschaftsbanken kritisiert: mangelnde Transparenz. Rund ein Drittel aller der Geldhäuser habe kein Preisverzeichnis im Internet veröffentlicht. Der Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken BVR entgegnet, dass es seiner Auffassung nach, keine gesetzliche Pflicht gebe, die Angaben auf der Homepage zur Verfügung zu stellen.

Der BVR verteidigt seine Mitglieder: Jede der selbstständigen Banken habe ihre eigene Preispolitik. „Für Kunden, die sich bewusst für ein preiswertes Kontomodell entschieden haben, das zum Beispiel ein monatliches Limit an Freiabhebungen am Geldautomaten vorsieht, kann diese Entscheidung durchaus lohnend sein.“ Knapp 19.000 Automaten gibt es in der Gruppe. „In der Regel haben unsere Mitgliedsbanken wenigstens ein Kontomodell im Angebot, bei dem die Verfügung am eigenen Geldautomaten kostenfrei ist.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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