Barack Obama: Republikanischer Vorwahlkampf ist ein „Zirkus“

Barack Obama: Republikanischer Vorwahlkampf ist ein „Zirkus“

, aktualisiert 11. März 2016, 05:29 Uhr
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Barack Obama beim Treffen mit dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau.

Quelle:Handelsblatt Online

Der republikanische Vorwahlkampf ruft beim US-Präsidenten Kopfschütteln hervor. Den Wahlkampf seiner eigenen Partei lobt Obama. Bei der Frage, ob bald viele US-Amerikaner nach Kanada auswandern, bleibt er zuversichtlich.

WashingtonUS-Präsident Barack Obama hat die Republikaner für das explosive Klima im Vorwahlkampf verantwortlich gemacht. Zwar habe er im Bemühen um die Überwindung der politischen Gräben in Washington versagt, sagte Obama am Donnerstag. Doch habe er mit der Verschärfung der Rhetorik im Wahlkampf nichts zu tun. Es sei vielmehr die Führung der Republikaner gewesen, die mit ihrer Förderung kompromissloser Politik eine Atmosphäre geschaffen habe, in der „jemand wie Donald Trump gedeihen kann.“

Der Präsident äußerte sich bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Kanadas Premierminister Justin Trudeau, der sich zu einem Staatsbesuch in Washington aufhält. Den Milliardär und Polit-Novizen Trump sieht Obama zudem nicht als einen Sonderfall. Dessen Positionen, vor allem beim Thema Einwanderung, unterschieden sich nicht sonderlich von jenen von dessen Rivalen Marco Rubio und Ted Cruz, sagte der US-Präsident. Mit Blick auf den erbitterten Vorwahlkampf der Republikaner sprach Obama zudem von einem „Zirkus.“

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Für den Wahlkampf seiner eigenen Partei fand Obama dagegen lobende Worte: Den Demokraten gelinge es gut, in ihren Kampagnen Probleme anzugehen. Zugleich zeigte er sich selbstkritisch. Er übernehme zwar die Verantwortung dafür, die politischen Gräben nicht überbrückt zu haben. Doch mit der Verschärfung der politischen Rhetorik habe er nichts zu tun.

Auf die Frage, ob Kanada sich auf eine Auswanderungswelle aus den USA vorbereiten müsse, wenn Donald Trump zum Präsidenten gewählt würde, antwortete Obama: „Jedes Mal, wenn wir Präsidentschaftswahlen haben, sollen sich unsere Freunde im Norden auf einen Exodus von Amerikanern vorbereiten, die schwören, nach Kanada zu ziehen, wenn der Kerl der anderen Partei gewinnt. Normalerweise geht aber alles gut aus.“

Trudeau antwortete auf die Frage nach etwaigen Auswanderungen sehr diplomatisch. „Die Beziehung, die Freundschaft unserer beiden Länder geht weit über die zweier Individuen oder Ideologien hinaus. Ich habe gewaltiges Vertrauen in das amerikanische Volk und freue mich auf die Zusammenarbeit mit jedem, den es ins Weiße Haus schickt.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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