Basel IV: DZ-Bank-Chef fordert Ende der Verhandlungen

Basel IV: DZ-Bank-Chef fordert Ende der Verhandlungen

, aktualisiert 04. Mai 2017, 19:04 Uhr
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Der DZ-Bank-Chef fordert einen Abbruch der Basel-IV-Gespräche.

Quelle:Handelsblatt Online

Als erster prominenter deutscher Bankchef fordert Wolfgang Kirsch den Abbruch der Verhandlungen über globale Kapitalregeln. Aufgrund der Entwicklungen in den USA müsse erst geprüft werden, ob Basel IV realisierbar ist.

FrankfurtDie DZ Bank fordert ein Ende der Verhandlungen über neue Kapitalregeln für Geldhäuser weltweit. Angesichts der jüngsten Entwicklungen in den USA müsse man prüfen, ob sich das geplante Regelwerk (Basel IV) in seiner Gesamtheit überhaupt umsetzen lasse, sagte Wolfgang Kirsch, Vorstandschef des zweitgrößten deutschen Geldhauses, am Donnerstag laut Redetext bei einer Veranstaltung in Freiburg. „In einer Zeit, in der nicht einmal Handelsabkommen zwischen einzelnen Wirtschaftsräumen zustande kommen, erscheint eine globale Regulierungsarchitektur des Bankensektors unrealistisch und überambitioniert.“

Kirsch ist der erste prominente deutsche Bankchef, der öffentlich einen Abbruch der Basel-IV-Gespräche fordert. Die Verhandlungen über die neue Kapitalregeln ziehen sich seit Jahren hin – vor allem wegen Meinungsverschiedenheiten zwischen den USA und Europa. Seit Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump ist die Lage noch komplizierter geworden. Denn Trump hat angekündigt, die Regeln für US-Banken lockern zu wollen. Zudem muss sich die US-Notenbank Fed nach dem Rücktritt ihres obersten Bankenaufsehers Daniel Tarullo neu sortieren.

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Für Geldhäuser sei die Unklarheit über die künftigen Kapitalregeln nur einer von vielen Unsicherheitsfaktoren, sagte Kirsch. „Das über der Branche schwebende Damoklesschwert Basel IV erschwert es uns, sinnvoll für eine Zukunft zu planen, die nicht nur regulatorische Unsicherheiten bereithält.“ Die Auswirkung des Brexit auf die europäische Bankenbranche sei ebenso unklar wie die Zukunft Europas. Hier müsse sich die Finanzbrache vor der Präsidenten-Wahl in Frankreich, „die bei aller gebotenen Nüchternheit wohl auch als Abstimmung über Europa gelten muss, nach wie vor auf fast alles gefasst machen“.

Quelle:  Handelsblatt Online
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