Bayer-Monsanto-Fusion: Ex-Perella-Banker vor großem Zahltag

Bayer-Monsanto-Fusion: Ex-Perella-Banker vor großem Zahltag

, aktualisiert 16. September 2016, 18:36 Uhr
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Mehr als 50 Millionen Dollar Provision dürften bei dem Monsanto-Deal an die Beraterfirma Ducera Partners LLC fließen.

Quelle:Handelsblatt Online

Rund 66 Milliarden Dollar zahlt Bayer für die Übernahme des US-Konkurrenten Monsanto – ein Teil davon geht an die Banker, die beide Konzerne beraten haben. Eine kleine Beratungsfirma sahnt besonders viel ab.

Paris, New YorkDie rund 66 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Monsanto Co. durch die Bayer AG beschert einer kleinen Beratungsfirma nun den großen Zahltag. Gegründet wurde diese erst im vergangenen Jahr durch ein Team von Bankern, das Perella Weinberg Partners im erbitterten Streit verlassen hatte.

Ducera Partners LLC, so der Name der Firma, wird von Michael Kramer geleitet. Das Unternehmen beriet Monsanto zusammen mit Morgan Stanley. Es dürfte mindestens die Hälfte jener 110 Millionen Dollar (98 Millionen Euro) an geschätzten Gebühren erhalten, die an die Banker des Verkaufenden gehen, heißt es beim Übernahmeberater Freeman & Co.

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„Ihnen werden wohl mehr als 50 Millionen Dollar zustehen, und es könnte sogar noch viel mehr sein“, sagte Jeff Nassof, Vice President von Freeman, mit Blick auf Ducera in einem Interview mit Bloomberg am Mittwoch.

Die wichtigsten Berater von Bayer bei den Verhandlungen mit Monsanto waren Bank of America Corp. und Credit Suisse Group AG gewesen, zusammen mit Rothschild.

Transaktionen wie diese stellen eine neue Dimension für Kramer dar, der bislang vor allem als Berater in Restrukturierungsfragen bekannt war. So arbeitete er mit angeschlagenen Unternehmen zusammen, als er noch bei Houlihan Lokey Inc. und bei Greenhill & Co. in den Diensten stand. Im Jahr 2005 gründete er seine eigene Boutique-Beratungsfirma mit dem Namen Kramer Capital Partners, die ein Jahr später von Perella Weinberg aufgekauft wurde.

Ducera mit Sitz in New York nennt auf der eigenen Webseite insgesamt neun Mitarbeiter. Acht davon waren zuvor bei Perella Weinberg angestellt. Kramer, Derron Slonecker und zwei weitere frühere Mitglieder der Restrukturierungs-Abteilung von Perella Weinberg – Joshua Scherer und Adam Verost – wurden 2015 von dem Unternehmen gefeuert. Sie zogen daraufhin wegen angeblich ungerechtfertigter Entlassung gegen die Investmentbank vor Gericht. In jenem Sommer hatte sich das Team einen Beratungsauftrag von einer Gruppe sichern können, die Anleihen von Puerto Rico besaß.

Monsanto war früher ein Kunde von Perella Weinberg gewesen. Der US-Saatguthersteller nutze die Beratungsdienste von Perella Weinberg bei der Übernahme von Climate Corp. für etwa 930 Millionen Dollar im Jahr 2013.

Der nun geschlossenen Vereinbarung zufolge wird Bayer seinen Wettbewerber Monsanto für 128 Dollar je Aktie kaufen. Gemessen am Schlusskurs der Monsanto-Aktie am 9. Mai, dem Tag vor dem ersten schriftlichen Gebot von Bayer, enthält das Angebot eine Prämie von 44 Prozent auf den damaligen Kurs. Bayer hat zudem eine Zahlung über zwei Milliarden Dollar für den Fall zugesichert, dass die notwendigen Kartellfreigaben nicht erteilt werden sollten.

Bayer erwartet für seine Aktionäre im ersten vollen Jahr nach Abschluss der Transaktion einen positiven Wert zum bereinigten Ergebnis je Aktie. Für das dritte volle Jahr wird ein positiver Beitrag im zweistelligen Prozentbereich gesehen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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