Beteiligungsmarkt: Wie die Brautschau zur Partnerschaft führt

Beteiligungsmarkt: Wie die Brautschau zur Partnerschaft führt

, aktualisiert 27. Oktober 2016, 09:36 Uhr
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Die Silhouette eines frisch vermählten Hochzeitspaares: Investoren und Unternehmen müssen lange für die Harmonie arbeiten.

von Lara SogorskiQuelle:Handelsblatt Online

Finanzinvestoren bringen immer Kapital und immer öfter gute Ideen mit. Doch die Aufnahme eines Investors ist komplex und kostet viel Zeit. Nicht immer geht das reibungslos. Worauf Unternehmer bei der Wahl achten sollten.

BerlinDie Zusammenarbeit mit einem Private-Equity-Partner kann gerade für Mittelständler ein großer Wachstumsmotor sein. Wenn nämlich mit dem Investor nicht nur frisches Geld ins Haus kommt, sondern dieser auch zusätzliches Know-how und ein Netzwerk mit erstklassigen Experten mitbringt.

Dafür ist die Wahl des richtigen Partners allerdings Voraussetzung. Sind die Hausaufgaben nicht richtig gemacht, droht am Ende das böse Erwachen. Gerade zwischen eigentümergeführten Unternehmen und den Finanzinvestoren gibt es häufig Konfliktpotenzial, das sich vermeiden lässt.

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Dabei beginnt die Suche im eigenen Betrieb. Nach dem Branchen-Motto „Nur eine hübsche Braut findet auch den richtigen Partner“ geht es darum, Kennzahlen und Strukturierung auf Vordermann zu bringen. „Die Aufnahme eines Private-Equity-Investors ist sehr komplex und kostet viel Zeit, besonders um den Betrieb steuer- und gesellschaftsrechtlich sauber aufzustellen“, sagt Björn Stübiger, Leiter Corporate Finance M&A und Partner bei Rödl&Partner in München. Damit sollte im besten Fall möglichst ein bis zwei Jahre vor dem geplanten Einstieg begonnen werden.

Weitere Herausforderung ist, das Feld möglicher Investoren einzugrenzen. Die Private-Equity-Häuser in Deutschland haben sich in den vergangenen Jahren zum einen immer stärker auf bestimmte Themen spezialisiert wie Nachfolge, Wachstum, Internationalisierung in bestimmte Länder oder Restrukturierung.


So wird der Anbietermarkt überschaubar

Zum anderen sind heute unterschiedlichste Finanzierungs- und Beteiligungsformen möglich – bei Mezzanine-Kapital verzichten Investoren im Gegensatz zu Eigenkapitalgebern etwa in der Regel weitgehend auf unternehmerische Mitbestimmungsrechte. Hier sollten sich Chefs an ihren eigenen Vorstellungen orientieren.

„Wenn man sein Ziel vor Augen hat und das mit Umsatz und benötigtem Kapital kombiniert, wird der Anbietermarkt gut überschaubar“, sagt Jan Kantowsky, Managing Director beim Beratungshaus AlixPartners.

Insbesondere für eigentümergeführte Unternehmen kann es dabei Sinn machen, sich nach halbstaatlichen oder genossenschaftlich geführten Fonds umzuschauen, weil diese in der Regel ähnlich ticken. „Speziell eigentümergeführte Unternehmen verfolgen bestimmte Werte und Ziele, die nicht ausschließlich betriebswirtschaftlich gedacht sind, sondern wo es beispielsweise darum geht, wie der Gewinn sinnvoll reinvestiert werden kann.

Das steht häufig in Diskrepanz zu den Zielen klassischer Private-Equity-Investoren, die aus dem Gewinn ihre Dividende ziehen wollen“, erklärt Tom-Arne Rüsen, geschäftsführender Direktor des Wittener Instituts für Familienunternehmen (WIFU).

Quelle:  Handelsblatt Online
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