BFH-Urteil: Steuersparen mit dem Arbeitszimmer bleibt schwierig

BFH-Urteil: Steuersparen mit dem Arbeitszimmer bleibt schwierig

, aktualisiert 27. Januar 2016, 11:59 Uhr
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Wer den heimischen Schreibtisch von der Steuer absetzen will, hat es oft schwer.

Quelle:Handelsblatt Online

Millionen Steuerzahler erledigen einen Teil ihrer Arbeit von zu Hause aus und würden ihr häusliches Arbeitszimmer gern von der Steuer absetzen. Doch der Bundesfinanzhof hält an den strengen Regeln fest.

München/FrankfurtHeute im Büro, morgen im Homeoffice – in vielen Unternehmen gehört ein flexibler Arbeitsort bereits zum Alltag. Schwer tun sich damit aber noch die Finanzbehörden. Richten sich Beschäftigte zu Hause ein Arbeitszimmer ein, können sie die Kosten nur unter strengen Bedingungen von der Steuer absetzen. Die wichtigste Hürde bisher: Das Arbeitszimmer muss nachweislich nahezu ausschließlich dienstlich genutzt werden.

An dieser Regelung hält ändert sich auch nach einem am Mittwoch verkündeten Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH). Der Große Senat des obersten Finanzgerichts stellte in einer Grundsatzentscheidung klar, dass ein nur zeitweise für die Arbeit genutzter Raum steuerlich nicht anerkannt wird, (Az.: GrS 1/14).

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Auch eine Arbeitsecke in einem Raum, der ansonsten privaten Zwecken dient, kann nicht geltend gemacht werden. Damit scheiterte ein Kläger, der das Arbeitszimmer in seinem Einfamilienhaus teilweise privat genutzt hatte. Er wollte die Ausgaben dafür als Werbungskosten geltend machen, da er sich von dort aus um die Verwaltung seiner beiden vermieteten Mehrfamilienhäuser kümmerte.

Die Kosten für das Zimmer sollten also die Steuerlast auf seine Einkünfte aus der Vermietung reduzieren. Ein Finanzgericht war zwischenzeitlich zu dem Schluss gekommen, dass der Mann das Arbeitszimmer zu 60 Prozent für die Immobilienverwaltung nutzte. Folglich könne er auch 60 Prozent der Kosten geltend machen. Das sahen die BFH-Richter anders.

Die Entscheidung des Großen Senats war mit Spannung erwartet worden, weil sie Auswirkungen auf Millionen Steuerzahler hat, die einen Teil ihrer Arbeit zu Hause erledigen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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