Nicht nur die Schulden in den Staatshaushalten sind alarmierend. Viele Regierungen stellen ihren Bürgern auch ungedeckte Schecks aus. Denn zu den offiziellen staatlichen Schulden kommen auf die Haushalte zudem hohe Belastungen aus Pensions- und Rentenansprüchen von Staatsbediensteten zu. Addiert man diese zu den offiziellen Schulden und setzt sie ins Verhältnis zur Wirtschaftsleistung, beträgt die Schuldenquote schnell ein Vielfaches der amtlichen Zahl.
Beispiel Spanien: Die offizielle Staatsverschuldung liegt bei 66 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die gesamten Verpflichtungen belaufen sich aber auf erschreckende 244 Prozent netto.
In Belgien stehen so den offiziellen 101 Prozent tatsächliche 297 Prozent gegenüber, in Italien betragen die offiziellen Staatsschulden nur ein Drittel der realen Last: amtlichen 117 Prozent stehen reale 364 Prozent gegenüber, die das Land aufbringen muss. Und es geht noch schlimmer, wie die folgenden Schuldenquoten ausgewählter Länder belegen.
Texte: Andreas Toller, Frank Doll
Quellen: EU-Kommission (Schuldenquotenprognose 2010 vom April 2010), Jagadeesh Gokhale, SG Cross Asset Research; Stand 30. September 2010
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