Biotech-Unternehmen Brain: Erster Börsengang in Deutschland vor der Tür

Biotech-Unternehmen Brain: Erster Börsengang in Deutschland vor der Tür

, aktualisiert 04. Januar 2016, 20:23 Uhr
von Robert LandgrafQuelle:Handelsblatt Online

Deutschland hat sich als Standort für Börsengänge im vergangenen Jahr zurückgemeldet. Schon kündigt sich das erste Debüt in 2016 an: Das Biotechnologie-Unternehmen Brain will im Februar aufs Parkett.

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Das Biotechnologie-Unternehmen Brain ist der erste deutsche Konzern, der 2016 an die Börse geht.

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Ein Jubiläum in zweifacher Hinsicht steht am deutschen Aktienmarkt bevor. Mit dem Biotechnologie-Unternehmen Brain kündigt sich der erste Börsengang in diesem Jahr an. Die Information darüber soll am Dienstag veröffentlicht werden, berichten Finanzkreise.

Nach dem Münchener Krebsspezialisten Wilex vor rund zehn Jahren strebt damit erstmals wieder eine Biotech-Firma an die Frankfurter Börse. Lange Zeit scheute die Branche den deutschen Kapitalmarkt und begründete das mit der Risikoscheu deutscher Anleger, die sich beim Platzen der Biotech-Blase nach der Jahrtausendwende schlechte Erfahrungen gemacht hatten.

Unternehmen wie die schwäbische Diagnostikfirma Curetis zog es deshalb vergangenes Jahr an die Börse Euronext. 2014 war der Heidelberger Krebsspezialist Affimed sogar an die amerikanische Nasdaq gegangen. Brain möchte einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag durch den Börsengang erlösen, berichten Finanzkreise. Das Wertpapierprospekt solle bis zum 20. Januar erstellt werden.

Handelsbeginn für die Aktie im Top-Segment an der Frankfurter Börse sei für den 9. Februar geplant. Die Zeichnungsfrist sei für den 21. Januar bis zum 3. Februar vorgesehen. Privatanlegern soll die Möglichkeit geboten bekommen, die Aktie zu zeichnen. Ziel von Brain ist es, mit dem Geld aus der im Fachjargon Initial Public Offering (IPO) genannten Aktienemission, „die Vermarktung der eigenen Produkt-Pipeline schneller umzusetzen und die erfolgreich eingeleitete Industrialisierungsstrategie zu forcieren“, geht aus Informationen hervor, die dem Handelsblatt vorliegen. Das Unternehmen entwickelt bioindustrielle Produktlösungen.

Brain zählt zu den kleinen Börsengängen, die in diesem Jahr erwartet werden. Milliarden schwer sein dürfte der geplante Börsengang der Postbank, einer Tochter der Deutschen Bank. Auch die Energiekonzerne Eon und RWE planen ihr herkömmliches Geschäft von dem mit erneuerbaren Energien abzuspalten und an die Börse zu bringen. Außerdem wird der Kochbox-Lieferant Hello Fresh aller Voraussicht nach einen neuen Anlauf wagen.

Mit bis zu 15 Debütanten rechnet Martin Steinbach, Leiter des Bereichs Börsengänge bei der Beratungsgesellschaft E&Y. Befeuert wird er Markt nach seiner Ansicht von Technologieunternehmen, Konzernabspaltungen und Finanzinvestoren, die ihre Bestände durchforsten.

„Anleger mögen Wachstumsgeschichten“

„Im ersten Halbjahr könnte ich mir gut vorstellen, dass wieder einige Unternehmen aus dem Technologiebereich den Weg an die Börse suchen werden. Die Anleger mögen Wachstumsgeschichten“, sagt Klaus Fröhlich, Leiter Kapitalmarktgeschäft für Deutschland und Österreich bei der US-Großbank Morgan Stanley. Im Ausland läuft es jedenfalls schon rund.

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Zweieinhalb Monate nach dem Börsengang in New York hat Ferrari am Montag auch in Mailand debütiert. Allerdings kam der italienische Luxus-Sportwagenbauer an der Mailänder Börse kaum in Fahrt. Zu sehr verstörte der Kurseinbruch an der chinesischen Börse die Anleger.  

Im vergangen Jahr gab es eine Sonderkonjunktur bei IPOs in Deutschland. Insgesamt 15 Unternehmen wagten den Schritt auf das Parkett. Dazu gehörten Namen wie die Bayer-Chemietochter Covestro, aber auch der hessische Autoentwickler Edag und der Autozulieferer Schaeffler.

Mit einem Volumen von gut sieben Milliarden Euro war 2015 das beste Jahr für Börsengänge seit dem Boom-Jahr 2007. Damals waren es knapp acht Milliarden Euro. Mit 1,5 Milliarden Euro zählte Covestro zu den großen Emissionen, auch wenn zunächst eine Milliarde mehr eingeplant war. Zu den Top-Performern nach dem Börsengang zählten bis Ende vergangenen Jahre beispielsweise Covestro mit einem Kursplus von über 40 Prozent.

Auch das Immobilienunternehmen Ado Properties und Schaeffler schafften 30 Prozent und mehr. Dagegen schaffte es der Online-Babyausstatter Windeln.de kein einziges Mal, seinen Ausgabepreis von 18,50 Euro zu überspringen.

Quellle:  Handelsblatt Online
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