Bitcoin-Technik Blockchain: Daimler und die LBBW proben für die Zukunft

Bitcoin-Technik Blockchain: Daimler und die LBBW proben für die Zukunft

, aktualisiert 29. Juni 2017, 11:50 Uhr
Bild vergrößern

Die neue vielsprechende Technologie wird bei Cyber-Währungen wie Bitcoin bereits genutzt.

von Elisabeth AtzlerQuelle:Handelsblatt Online

Der Autobauer und die Landesbank haben gemeinsam die neue Internet-Technik Blockchain getestet. Unternehmen aus allen Branchen setzen große Hoffnungen in die Verschlüsselungstechnologie.

Frankfurt Frühzeitig wollen sie die Chancen ausloten, rechtzeitig Know-How aufbauen – das wollen der Autohersteller Daimler und die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) bei der Internet-Technik Blockchain. Gemeinsam haben sie Blockchain jetzt bei einer Schuldschein-Transaktion eingesetzt. Daimler sammelte auf diesem Wege 100 Millionen Euro bei Investoren ein.

Der Schritt der beiden Stuttgarter Unternehmen zeigt: Jeder will an Blockchain dranbleiben, keiner will etwas verpassen, auch wenn der Einsatz der Technik, von der sich manche Beobachter große Veränderungen versprechen, noch am Anfang steht.

Anzeige

Etliche deutsche Banken und auch andere Unternehmen pirschen sich derzeit an Blockchain heran. Auch die Deutsche Börse und die Bundesbank experimentieren gemeinsam für die Abwicklung digitaler Wertpapiere. Der Pilot von Daimler und LBBW ist dabei ein Versuch unter vielen. Auch die Schweizer Großbank UBS experimentiert mit Krypto-Anleihen, die auf Blockchain basieren.

Die neue Verschlüsselungstechnologie Blockchain ist in der Finanzindustrie derzeit in aller Munde. Aktien- und Anleihegeschäfte könnten damit direkt zwischen Käufer und Verkäufer abgewickelt werden – schneller und günstiger als bisher. Die Technologie wird unter anderem von der Cyber-Währung Bitcoin genutzt.

Bei der Blockchain-Nutzung bekommen alle Beteiligten automatisch identische Datensätze, die nachträglich nicht mehr geändert werden können. Die Verschlüsselungstechnik gilt daher als manipulationssicher.

Die LBBW verspricht sich Schuldschein-Transaktionen über Blockchain, dass manuelle Arbeitsschritte wegfallen und digitalisiert werden. Das gilt zum Beispiel für den Darlehensvertrag selbst und für die Prüfung der Zahlungseingänge. Bisher tauschen sich die beteiligten Parteien oft noch per Fax aus, künftig könnten digitale, für alle einsehbare Dokumente ersetzt werden. Zudem könnte Schuldscheine viel schneller platziert werden.

Heute dauert der Prozess von der Vorbereitung bis zur Auszahlung oft zehn Wochen, das könnte über Blockhain doppelt so schnell gehen.


Durchbruch dürfte noch drei Jahre auf sich warten lassen

Vor allem in der Finanzbranche wird derzeit am Einsatz von Blockchain getüftelt. Allerdings könnte die Technik letztlich auch Dienstleistungen von Banken überflüssig machen, weil zum Beispiel Überweisungen auch ohne sie abgewickelt werden könnten.

So haben sich rund 40 Großbanken zum Tech-Konsortium R3 verbündet, das die Entwicklung von Blockchain-Anwendungen zum Ziel hat. Die Mitgliederliste umfasst Namen wie Bank of America und Wells Fargo in den USA, in Deutschland etwa die Deutsche Bank und die Commerzbank.

„Internationale Banken sind den deutschen Häusern um sechs bis zwölf Monate voraus“, sagt Nils Beier, Bankenexperte bei der Beratungsfirma Accenture. „Mehrere deutsche Banken arbeiten an Piloten, um Blockchain einzusetzen. Meist ist das aber noch eher ein Experimentierumfeld.“ Er rechnet damit, dass Blockchain in der Finanzbranche innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahren auch in größerem Stil zum Einsatz kommt.

Einige Branchen setzen Blockchain allerdings auch schon ein. In der Nahrungsmittelindustrie hat der US-Handelsriese Walmart einen groß angelegten Versuch gestartet, damit Kunden mit Hilfe von Blockchain verfolgen können, woher ihre Ware kommt.

Auch der Reisekonzern TUI will Blockchain nutzen. Ihm geht es nicht um den Transfer virtueller Geldscheine, sondern um Hotelkontingente. Sie will er mit der Blockchain-Technologie weltweit zwischen den Urlaubsherbergen und dem Vertrieb in den Buchungsländern hin- und herschieben. Die Blockchain soll dabei allen Beteiligten erlauben, blitzschnell auf Angebot und Nachfrage zu reagieren – weltweit.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige

Twitter

Facebook

Google+

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%