Blockchain : Bundesbank übt für später

Blockchain : Bundesbank übt für später

, aktualisiert 29. November 2016, 11:35 Uhr
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Die Bundesbank (vorne) will lernen, wie sie mit der Blockchain-Technologie umgehen muss, und startete ein Forschungsprojekt mit der Deutschen Börse. Die Europäische Zentralbank (EZB) ist darüber informiert.

von Elisabeth AtzlerQuelle:Handelsblatt Online

Die Bundesbank und die Deutsche Börse erproben die Verschlüsselungstechnologie Blockchain. Noch aber steht ihr Projekt mit digitalen Wertpapieren ganz am Anfang. Vor allem die Bundesbank will experimentieren.

Frankfurt Manchmal muss auch die Deutsche Bundesbank ganz klein anfangen. Selbst wenn sie mit der Deutschen Börse, immerhin einem Dax-Konzern, zusammenarbeitet. Denn Börse und Bundesbank proben derzeit gemeinsam den Umgang mit der neuen digitalen Technologie Blockchain. Dafür haben sie einen Blockchain-Prototypen für die Abwicklung von Wertpapieren entwickelt.

„Eine neue Technologie versteht man am besten, wenn man mit ihr experimentiert“, sagt Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele bei der Vorstellung des Projekts. Der Prototyp sei noch weit von einem realen Einsatz entfernt. „Wir müssen verstehen, welche Chancen und Risiken die Technologie bietet.“

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Die neue Verschlüsselungstechnologie Blockchain ist in der Finanzindustrie derzeit in aller Munde. Aktien- und Anleihegeschäfte könnten damit direkt zwischen Käufer und Verkäufer abgewickelt werden – schneller und für die Institute günstiger als bisher. Die Technologie wird unter anderem von der Cyber-Währung Bitcoin genutzt.

Blockchain ist eine auf dem Internet basierende Software, bei der alle Beteiligten automatisch identische Datensätze bekommen, die nachträglich nicht mehr geändert werden können. Sie verspricht hohe Kostenvorteile gegenüber eigenen Datennetzen, wie etwa Swift im Zahlungsverkehr, die unabhängig vom Internet betrieben werden. Und sie gilt als manipulationssicher.


40 Mitarbeiter beteiligt

Eingesetzt wird Blockchain bisher allerdings erst wenig. Viele Banken und Börsenbetreiber schauen sich die Technologie derzeit an und überlegen, wie und ob sie damit umgehen wollen und können. Auch Deutsche Börse und Bundesbank betonen, dass ihr Prototyp, der digitale Wertpapiere und digitale Münzen nutzt, von einer Marktreife weit entfernt sei und dass es noch einige Jahre dauern dürfte, bis er einmal tatsächlich genutzt werde.

Eine massentaugliche Weiterentwicklung sei eine große Herausforderung, so der Chef der Deutschen Börse, Carsten Kengeter. Das Konzept basiert zwar auf der Blockchain-Technologie, ist bisher aber so gestaltet, dass alle aktuellen Akteure am Finanzmarkt aktiv bleiben – also nicht etwa die Börse überflüssig würde, weil sich Käufer und Verkäufer direkt über Blockchain austauschen.

Für das gemeinsame Forschungsprojekt haben Börse und Bundesbank bisher knapp 500.000 Euro ausgegeben. 40 Mitarbeiter aus beiden Häusern sind in das Projekt, das jetzt weitergetrieben werden soll, eingebunden.

Während es für die Börse darum geht, ihre Position zu wahren, wenn die neue Technologie in großem Stil von Banken und Investoren genutzt wird, will die Bundesbank mit der Entwicklung Schritt halten. Zumal Blockchain heute teils so genutzt wird, dass die Bundesbank als Finanzaufsicht deren Einsatz nicht zuließe, „weil sie nicht in Übereinstimmung mit dem regulatorischen Rahmen sind“, sagte Jochen Metzger, Leiter des Zentralbereichs Zahlungsverkehr und Abwicklungssysteme der Bundesbank.

Quelle:  Handelsblatt Online
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