Reisebericht: Kulturschock Deutschland

Reisebericht: Kulturschock Deutschland

Nach einem Jahr in China werden mir zurück in Deutschland einige Unterschiede der westlichen und asiatischen Kultur bewusst.

Zunächst möchte ich Ihnen noch von meinem Rückflug erzählen. Während des Auslandsjahres haben wir uns selbstverständlich vieles zulegen müssen. Weil ich bereits mehreren Besuchern Kleidung und ähnliches mitgegeben hatte, hätte ich nicht damit gerechnet, dass Jonas und ich 30kg Übergepäck hatten. Für ein Kilogramm Übergepäck werden 40€ Strafe fällig. Wir hatten bereits vieles verkauft oder verschenkt und dies waren die Sachen, die uns wirklich am Herzen lagen. Daher spekulierten wir darauf, dass vielleicht ein deutscher Geschäftsmann / oder eine deutsche Geschäftsfrau nur mit einem Laptop nach Deutschland fliegt. Am Flughafen trafen wir tatsächlich einen solchen Geschäftsmann an. Doch bei der Frage, ob er mit uns einchecken könne, hörten wir nur die ablehnende Aussage: „Nein, so was mache ich nicht.“ Wir kamen uns fast vor, als wollten wir den Leuten Drogen unterschmuggeln. Dabei wäre das Gepäck, auch wenn wir mit dieser Person eingecheckt wären, weiterhin auf unserem Namen vermerkt gewesen, nur die Gewichtsmenge wäre auf drei Leute verteilt worden. Kein Deutscher erklärte sich dazu bereit, uns zu helfen. Unsere Rettung waren drei Chinesen. Sie hatten nicht soviel Gepäck dabei und waren gerne dazu bereit uns zu helfen. Ich war sehr von ihrer Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft beeindruckt. Angekommen in Deutschland holte mich meine Mutter vom Flughafen Frankfurt ab. Auf dem Weg ins Münsterland legten wir an einer Autobahnraststätte eine kleine Pause ein. Schon dort (an der Autobahn) genoss ich die gute Luft. Auch der Straßenverkehr fiel mir äußerst ruhig und geregelt auf. Ich hatte mich schon so sehr an das ständige Gehupe gewöhnt, dass es mir seltsam vorkam, wenn diese Geräuschkulisse plötzlich nicht mehr da ist. Wo sind denn nur die ganzen Hochhäuser geblieben? Zuhause angekommen aßen wir erst einmal Kuchen und tranken Kaffee. Ich setzte mich in unseren Garten und genoss die gute Luft und die Stille. Zwischen den Bäumen und Blumen hörte ich dem Rascheln der Blätter und dem Gezwitscher der Vögel zu. Sehr angenehm war, nach einem Jahr endlich wieder saubere sanitäre Anlagen nutzen zu können. Kein Hockklo mehr, dass jahrelang nicht vernünftig geputzt wurde. Endlich wieder duschen ohne nachher zu riechen al sei man im Schwimmbad gewesen. (In China enthielt das Leitungswasser sehr viel Chlor.) Von der Warmwaschfunktion unserer Waschmaschine war ich noch nie so begeistert wie jetzt, denn die Standardwaschmaschinen in China waschen nur kalt, sodass die Wäsche nie richtig sauber wird. Die Umstellung von der Weltmetropole Shanghai wieder zurück ins Münsterland zu kommen, stellt sich schon als ein Kulturschock dar. Hier, wo noch jeder jeden grüßt, fährt leider nicht alle 5 Minuten eine U-Bahn, das Taxifahren kostet ungefähr das 10-fache und es ist einfach nichts los. In dieser Hinsicht freue ich mich, dass ich bald wieder eine Wohnung in Köln haben werde. Darüber hinaus ist die Umstellung auf das deutsche Essen mir ein wenig auf den Magen geschlagen. Witzig ist auch, dass ich jedes mal beim Bezahlen total schockiert über die deutschen Preise bin und alles in chinesische Yuan umrechne und überlege, was man von dem Geld alles in China kaufen könnte. Es ist schön, alle Verwandten und Freunde wiederzusehen. Viele sagten mir, dass ich mich (äußerlich) nicht verändert habe. Sofort habe ich mir eine (Zensur- und propagandafreie) Zeitung gekauft. In ein paar Tagen möchte ich abschließend ein kleines Resümee formulieren, um meinen einjährigen Chinaaufenthalt zusammenzufassen und meinen Eindruck von diesem Land und seinen Menschen zu schildern.

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