Reisebericht: Nachbeben erschüttert aufgestauten See in China

Reisebericht: Nachbeben erschüttert aufgestauten See in China

Gestern (08.06.2008) hat ein heftiges Nachbeben der Stärke 5,0 den Tangjianshan-See, welcher durch Erdrutsche entstanden war, erschüttert. Zwar wurden am Sonntag keine weiteren Evakuierungen vorgenommen, und der Damm sei auch nicht gebrochen, doch von den umliegenden Hängen seien Schlammlawinen niedergegangen, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Nach dem 20 Sekunden langen Beben waren an dem Damm aus Schutt und Felsen zunächst keine Schäden zu erkennen.

Unterdessen stieg der Pegel des Sees weiter an. Eine etwaige Flutwelle würde rund eine Million Menschen gefährden. Aus diesem Grunde wurde in den letzten Tagen bereits 250.000 Anwohner evakuiert. Noch wenige Stunden vor dem Nachbeben hatten chinesische Soldaten versucht, durch gezielte Sprengungen das Abfließen der Wassermassen aus dem See zu beschleunigen. Die Sprengungen wurden notwendig, weil der Wasserstand trotz eines kürzlich geöffneten Abflusskanals weiter anstieg. Ziel der Sprengungen waren im Wasser schwimmende Holzhäuser, große Trümmer und auch Felsblöcke, die den Abfluss blockierten. Xinhua berichtet weiterhin, dass die Behörden, trotz Abfließen des Wassers in höchster Alarmbereitschaft seien. Die Schwierigkeit der Aufgabe der Einsatzkräfte liegt darin, dass wenn nicht genug Wasser abläuft, könnte der Druck hinter dem aufgeschütteten Damm zu groß werden. Wenn das Wasser allerdings zu schnell abläuft, könnte es den knapp 500 Meter langen Abflusskanal aushöhlen und damit den ganzen Damm gefährden. Darüber hinaus kündigten die Behörden an, sie werde die Vorwürfe des Spendenbetrugs im Zusammenhang mit dem Erdbeben untersuchen. Einen Bericht werden sie voraussichtlich am 20. Juni vorlegen. Wie Xinhua berichtete, wurden im In- und Ausland bereits vier Milliarden Euro für die Opfer gespendet worden. Das Erdbeben hat auch Einfluss auf die Durchsetzung der Geburtenplanungspolitik, sprich Ein-Kind-Politik. Da nach offiziellen Angaben 69.127 Menschen getötet worden seien, unter ihnen circa 7.000 Kinder, wurde den nun kinderlosen Familien erlaubt, ein zweites Kind zu bekommen. Die Kommission für Familienplanung kündigte an, sie werde Mediziner ins Katastrophengebiet schicken, die Sterilisierungen rückgängig machen sollten, falls Paare ein weiteres Kind haben wollten.

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