Börse Frankfurt: Dax mit deutlichen Kursabschlägen erwartet

Börse Frankfurt: Dax mit deutlichen Kursabschlägen erwartet

, aktualisiert 29. Februar 2016, 08:11 Uhr
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Anleger gehen mit verhaltenen Erwartungen in die neue Handelswoche.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Vorgaben aus Tokio und New York sind schwach, die Erwartungen an den G20-Gipfel waren höher: Zum Start in die neue Börsenwoche erwarten Experten bei nicht wenigen Anlegern zunächst Gewinnmitnahmen.

FrankfurtAus Enttäuschung über den Ausgang des G20-Treffens werden Anleger Börsianern zufolge am Montag Gewinne einstreichen. Die Investoren hätten auf ein gemeinsames Programm der 20 größten Industrie- und Schwellenländer zur unmittelbaren Ankurbelung der schwächelnden Weitwirtschaft gehofft, sagten Marktbeobachter. Die Broker von IG Markets sehen den Deutschen Aktienindex zur Eröffnung rund 100 Indexpunkte unter dem Schlussstand von Freitag.

Am Freitag hatten Spekulationen hierauf sowie höhere Ölpreise und ein besser als erwartet ausgefallenes US-Wirtschaftswachstum den Dax zu einem Kursplus von knapp zwei Prozent auf 9513,30 Punkte verholfen.

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Besonderes Augenmerk richten Investoren auf die Stimmung der Einkaufsmanager aus der schwächelnden US-Industrie. „Ein Befreiungsschlag wird dem Einkaufsmanagerindex (ISM) wohl auch im Februar nicht gelungen sein“, warnen die Experten von HSBC Trinkaus. 

Bei den Unternehmen wollen in der neuen Woche unter anderem der Autozulieferer Continental und der Online-Händler Zalando Zahlen vorlegen. Am Freitag öffnet der Londoner Börsenbetreiber LSE, der mit der Deutschen Börse fusionieren will, seine Bücher. Einen Tag zuvor tagt der Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse über die Zusammensetzung von Dax, MDax, TecDax und SDax. Experten zufolge wird er den Abstieg des Düngemittel-Herstellers K+S aus dem Dax verkünden. Als heißer Anwärter für einen Dax-Aufstieg gilt ProSiebenSat.1. Die Veränderung wird zum 21. März wirksam.

An der Wall Street hatten die US-Indizes am Freitag nach Börsenschluss in Deutschland nachgegeben. Der Dow Jones beendete die Sitzung 0,3 Prozent tiefer und der Nasdaq 0,2 Prozent höher. Der S&P 500 verlor 0,2 Prozent. In Tokio fiel der Nikkei-Index am Montag um ein Prozent auf 16.027 Punkte. Der Shanghai Composite gab 4,4 Prozent auf 2645 Zähler nach.

Zum Wochenauftakt richtet sich die Aufmerksamkeit der Börsianer auch auf die Inflationsdaten aus der Euro-Zone. Eine anhaltend niedrige Teuerung würde Spekulationen auf eine weitere Lockerung der EZB-Geldpolitik neue Nahrung geben. Daneben legen die südeuropäischen Krisenstaaten Griechenland und Portugal ihre Wachstumszahlen vor.

Signale eines anhaltenden US-Aufschwungs erwarten Marktbeobachter zu dem von den US-Arbeitsmarktdaten am Freitag. In Europa richten Investoren ihre Aufmerksamkeit auf die Bekanntgabe der Einzelhandelsumsätze (ebenfalls am Freitag) sowie die Stimmungsbarometer der Einkaufsmanager aus Industrie und Dienstleistungssektor (Dienstag und Donnerstag). 
Angesichts der schwächelnden Nachfrage aus dem wichtigen Absatzmarkt China und wegen der jüngsten Börsenturbulenzen sagen Analysten einen Rückgang voraus.

Da zudem die Inflation (Montag) unverändert niedrig sei, werde eine weitere Lockerung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank (EZB) immer wahrscheinlicher. Die nahende Ausweitung der EZB-Wertpapierkäufe werde die Renditen für Bundesanleihen in auf neue Rekordtiefs drücken.

Am Devisenmarkt steht wegen der Diskussion um einen Verbleib Großbritanniens in der EU das Pfund Sterling weiter im Rampenlicht. „Ein 'Brexit' würde die britische Wirtschaft spürbar belasten“, warnt Helaba-Analyst Christian Apelt. „Da das Land aufgrund seines merklichen Leistungsbilanzdefizits zudem auf ausländisches Kapital angewiesen ist, dürfte das Pfund dann noch weiter unter Druck geraten.“ Er halte allerdings den Verbleib der Briten in der EU für das wahrscheinlichere Szenario.

Der Ausgang der Vorwahlen in mehreren US-Bundesstaaten am „Super Tuesday“ könnte Verkäufe beim Dollar auslösen, betont Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen. „Setzen sich hier die radikalen Präsidentschaftskandidaten durch, würde dies Zweifel an einer zukünftig funktionsfähigen US-Regierung wecken.“

Quellle:  Handelsblatt Online
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