Börse Frankfurt: Der Kampf um die 10.000 Punkte

Börse Frankfurt: Der Kampf um die 10.000 Punkte

, aktualisiert 17. Mai 2016, 07:10 Uhr
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Die Börsianer schauen erst mal.

Quelle:Handelsblatt Online

Am Freitag schloss der Dax knapp ein Prozent fester und schaffte einen versöhnlichen Wochenausklang. Nach dem Pfingstwochenende dürfte der Dax seine Gewinne ausbauen, im vorbörslichen Handel liegt das Barometer im Plus.

FrankfurtAm Freitag hatten sich Europas Anleger überraschend aus der Deckung getraut. Für Schwung sorgten starke US-Konjunkturdaten: Der dortige Einzelhandel konnte im April den größten Umsatzsprung seit einem Jahr verbuchen. So schloss der Dax – trotz lahmender Wall Street – 0,9 Prozent fester bei 9952 Punkten. Auf Wochensicht ergibt sich ein Plus von 0,8 Prozent. Am Dienstagmorgen wird der Dax sein Plus wohl weiter ausbauen. Im vorbörslichen Handel liegt das deutsche Börsenbarometer rund 34 Punkte im Plus.

Der Kampf des Dax um die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten geht in der Pfingstwoche also in eine neue Runde. Da bislang weder Optimisten noch Pessimisten - im Börsenjargon "Bullen" und "Bären" genannt - die Oberhand gewonnen haben, kann das Kurspendel Experten zufolge in beide Richtungen ausschlagen. Dabei diene der verpatzte Jahresauftakt des deutschen Aktienmarktes beiden Lagern als Argumentationshilfe, sagt Commerzbank-Volkswirt Andreas Hürkamp.

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Seit Jahresbeginn hat der deutsche Leitindex Dax knapp neun Prozent eingebüßt. Dies rufe bei Investoren Erinnerungen an andere Börsenjahre mit ähnlich verpatzten Starts wach, fügt Hürkamp hinzu. „Während die Pessimisten ein negatives Szenario wie 2008 erwarten, setzen die Optimisten auf einen positiven Ausgang wie im Jahr 1995.“
Jochen Stanzl, Analyst des Online-Brokers CMC Markets, rechnet wegen der unsicheren Aussichten für die Weltwirtschaft mit eher fallenden Kursen. „Anleger wägen jeden Schritt zweimal ab.“ Anlage-Experte Joachim Goldberg von der Beratungsfirma Goldberg und Goldberg äußert sich dagegen optimistischer. Investoren nutzten die Rücksetzer der vergangenen Wochen zum Wiedereinstieg in den Markt.

Nach einhelliger Einschätzung von Börsianern bedarf es aber zusätzlicher positiver Impulse, um die Börsen aus ihrer aktuellen Handelsspanne zu befreien. In der neuen Woche seien diese aber wohl eher Mangelware.

So läuft die Bilanzsaison langsam aus. Am Donnerstag legen der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck sowie der Konsumgüter-Hersteller Henkel ihre Zahlen vor. In den USA öffnen der weltgrößte Einzelhändler Wal-Mart (Donnerstag) und der Netzwerk-Ausrüster Cisco (Mittwoch) ihre Bücher.

Außerdem lädt die Deutsche Bank am Donnerstag zur Hauptversammlung ein, die turbulent werden dürfte. Der Aktionärsberater Glass Lewis plädiert dafür, dem scheidenden Co-Chef Jürgen Fitschen die Entlastung zu verweigern. Glass Lewis und Konkurrent ISS fordern zudem eine Sonderprüfung, um die Verantwortung des Managements für die Milliardenstrafen im Zusammenhang mit zahlreichen Rechtsstreitigkeiten zu klären. Damit drohen Vorstand und Aufsichtsrat Schadenersatzklagen.

Börsianer richten ihre Aufmerksamkeit außerdem auf die US-Inflationsdaten am Dienstag. Von ihnen erhoffen sie sich Hinweise auf Zeitpunkt und Tempo der geplanten Zinserhöhungen in den USA. Die Börsenexperten erwarten trotz des wieder gestiegenen Ölpreises allerdings keinen deutlichen Anstieg der Teuerung. Damit bleibe der Druck auf die US-Notenbank Fed, die Zinsen schnell anzuheben, gering. Umso akribischer werden Investoren am Mittwoch die Worte in den Protokollen der jüngsten Fed-Sitzung auf die Goldwaage legen, um Rückschlüsse auf die Geldpolitik zu ziehen.

Am selben Tag stehen die Inflationsdaten für die Euro-Zone auf dem Terminplan. Sollten die Preise stärker als die prognostizierten 0,2 Prozent zurückgehen, würde dies Spekulationen auf weitere Geldspritzen der Europäischen Zentralbank (EZB) neue Nahrung geben. Die Währungshüter geben am Donnerstag ebenfalls die Protokolle ihrer jüngsten Ratssitzung frei.

Zum Abschluss der verkürzten Börsenwoche laufen zudem Optionen auf Indizes und einzelne Aktien aus. In den Tagen zuvor schwanken die Aktienkurse üblicherweise stark, weil Investoren die Preise derjenigen Wertpapiere, auf die sie Derivate halten, in eine für sie günstige Richtung bewegen wollen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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