Börse Frankfurt: Kampf um die 10.000

Börse Frankfurt: Kampf um die 10.000

, aktualisiert 15. März 2016, 08:02 Uhr
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Dax-Anleger warten auf weitere Entscheidungen der Zentralbanken.

Quelle:Handelsblatt Online

Erstmals seit Monaten hat der Deutsche Aktienindex wieder die wichtige Marke von 10.000 Punkten geknackt. Setzt der Dax wieder zum Höhenflug an? Die Vorgaben sind am Dienstag eher verhalten. Im Fokus: die Fed.

FrankfurtDie Aussicht auf weitere Wellen billigen EZB-Geldes wird den Dax Börsianern zufolge auch am Dienstag stützen. Am Montag hatte er 1,6 Prozent höher bei 9990,26 Punkten geschlossen. Ihre Aufmerksamkeit richten Anleger auf die anstehenden US-Konjunkturdaten, vor allem die Einzelhandelsumsätze und die Erzeugerpreise. Von den Zahlen erhoffen sie sich Hinweise auf die weitere Geldpolitik der Fed.

Die US-Notenbank will am Mittwoch ihre Zinsentscheidung bekanntgeben. Börsianer rechnen fest damit, dass die Zentralbank den Schlüsselsatz beibehält und eine sehr behutsame Straffung der Geldpolitik signalisiert. Einige Anleger hofften auf die Fed am Mittwoch, sagte Experte Jens Klatt vom Analysehaus DailyFX. Zwar sei in den USA keine weitere Verbilligung des Geldes möglich, die Währungshüter könnten aber andeuten, dass sie keine weiteren Zinserhöhungen in den kommenden zwölf Monaten anstrebten.

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An der Wall Street hatten sich die US-Indizes am Montag nach Börsenschluss in Deutschland kaum bewegt. Der Dow Jones und der Nasdaq beendeten die Sitzung fast unverändert. In Tokio fiel der Nikkei-Index am Dienstag um 0,7 Prozent auf 17.117 Punkte. Dort hatte die Bank of Japan eine zweitägige Sitzung zur Geldpolitik ohne Änderungen am Negativzins geschlossen. Der Shanghai Composite gab 0,1 Prozent auf 2856 Zähler nach. Zu den schwächeren Vorgaben aus Asien und den USA passt der mit leichten Abschlägen gestartete vorbörsliche Handel. Beim Online-Broker IG Markets tendierte der Dax vor Handelsbeginn rund 0,2 Prozent im Minus.

Abseits der Konjunkturdaten stehen Jahreszahlen von Schaeffler und Sixt an. Rückschlüsse auf die Lage der Banken und Kreditwirtschaft dürfte eine Pressekonferenz von DSGV-Präsident Georg Fahrenschon mit Fragen und Antworten zur Lage der Sparkassenorganisation zulassen.

Der Dax war am Montag erstmals seit Januar wieder über 10.000 Punkte geklettert. Zum Schluss konnte der deutsche Leitindex die psychologisch wichtige Marke nicht ganz halten. Der erneut rutschende Ölpreis sorgte am Nachmittag für etwas Unsicherheit, es blieb jedoch der höchste Schlusskurs seit dem 6. Januar. Der Leitindex hat sich seit gut einem Monat um fast 1300 Punkte oder 15 Prozent vom verpatzten Jahresstart erholt. Börsianer nennen das billige Geld der Notenbanken als Triebfeder.


Am Montag alle Dax-Werte im Plus

Der MDax gewann am Montag 1,21 Prozent auf 20 054,56 Punkte. Der Index der mittelgroßen Aktienwerte schloss damit zum ersten mal seit Anfang Januar wieder über der runden Marke von 20 000 Punkten. Der Auswahlindex für Technologiewerte, der TecDax, stieg um 1,62 Prozent auf 1644,78 Punkte.

Tagessieger im Dax waren die Aktien von Eon mit einem Kursgewinn von 3,15 Prozent. RWE-Titel legten um 2,46 Prozent zu. Am Dienstag beginnen die Verhandlungen des Bundesverfassungsgerichts über die Rechtmäßigkeit des deutschen Atomausstiegs. Das könnte einem Händler zufolge bei einigen Anleger Hoffnungen auf eine positive Lösung geweckt haben.

Aktien der Autobauer profitierten vom etwas schwächeren Eurokurs, der die Exportchancen außerhalb der Eurozone verbessert. Hinzu kamen positive Branchenstudien. Die Papiere der Autobauer legten um jeweils fast 2 Prozent zu, auch die von Volkswagen.

Alle 30 Dax-Werte gingen mit einem Kursgewinn aus dem Handel: Die Papiere der Lufthansa legten als schlechtester Wert um 0,03 Prozent zu. Die Aktien der Fluggesellschaft blicken waren den vergangenen Wochen allerdings auch deutlich gestiegen.

Im MDax schossen die Aktien des Röhrenherstellers und Stahlkochers Salzgitter um fast 6 Prozent hoch. Analysten reagierten positiv auf einen Auftrag für Europipe - ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Dillinger Hütte. Berenberg und auch Exane BNP Paribas reagierten mit Kaufempfehlungen auf den Auftrag vom Freitag.

Bilfinger-Aktien legten um 4,23 Prozent zu. Zur Wochenmitte steht die Bilanzpressekonferenz des kriselnden Bau- und Industriedienstleisters auf der Agenda, bei der einem Händler zufolge der Ausblick für das laufende Jahr bekannt gegeben werden dürfte.

Der EuroStoxx-50-Index ging 0,59 Prozent höher bei 3091,98 Punkten aus dem Handel. In Paris und London ging es für die Leitindizes ebenfalls weiter aufwärts. In den USA kletterte der Dow-Jones-Industrial-Index um 0,15 Prozent nach oben. Er machte damit sein Minus seit Jahresbeginn fast wett.

Quelle:  Handelsblatt Online
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