Börsen Asien: Asiatische Investoren bleiben nervös

Börsen Asien: Asiatische Investoren bleiben nervös

, aktualisiert 05. Januar 2016, 04:46 Uhr
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Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio.

von Frederic SpohrQuelle:Handelsblatt Online

In Asien hält die Verunsicherung nach dem Börsencrash in China weiter an. Eine massive Intervention der chinesischen Notenbank konnte weitere Kursverluste zunächst stoppen.

BangkokNach den heftigen Verlusten am Montag haben die Börsen in Asien ihre Talfahrt gestoppt. Der Handel bleibt jedoch äußerst volatil: Eine massive Intervention der chinesischen Notenbank stützte die Kurse, nachdem diese kurz nach Handelsstart wieder tief abgesackt waren.

Der wichtige China Security Index 300 (CSI 300) notierte am Morgen bei rund 0,6 Prozent im Plus. Zuvor war er kurzzeitig um drei Prozent eingebrochen. Der Index beinhaltet die 300 größten Aktien, die in Shanghai und Shenzhen gelistet sind.

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Die Investoren in Asien starrten gebannt auf den Handelsstart in China, nachdem der dortige Handel am Montag wegen massiver Kurseinbrüche ausgesetzt worden war. Schlechte Daten über die schrumpfende chinesische Industrieproduktion sowie Spannungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran hatten zu panikartigen Verkäufen geführt.

Als der CSI 300 um sieben Prozent eingebrochen war, griff ein Sicherungsmechanismus, der sogenannte „Circuit Breaker”, bereits am ersten Tag seiner Einführung. Der Handel wurde komplett gestoppt.

Die schlechten Nachrichten aus China zogen auch den Dax um mehr als vier Prozent in die Tiefe und bescherten den schlechtesten Börsenstart in ein neues Jahr seit einem Vierteljahrhundert. Auch in Amerika verkauften die Anleger: Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,6 Prozent tiefer.

In China reagierten nun die Notenbanker, indem sie per Repo-Geschäfte knapp 20 Milliarden US-Dollar in den Markt pumpten, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg und beruft sich dabei auf die Angaben von Händlern. Es ist die größte derartige Aktion seit dem vergangenen September. „Die Liquidität am Markt ist gering, also muss die chinesische Notenbank reagieren”, kommentiert Frances Cheung, Analyst bei der französischen Bank Société Générale.

Im Markt wird mit weiteren Maßnahmen der Notenbanker gerechnet. „Die Geldpolitik in China wird sich weiter lockern”, sagt Shane Oliver, Strategie-Chef beim australischen Finanzhaus AMP Capital Investors. „Wir sehen, dass die Volatilität weiterhin hoch ist und die Weltwirtschaft weiterhin die Unterstützung der Geldpolitik braucht.”


Turbulenter Handel auch in Japan

Unterdessen bewerteten die chinesischen Regulatoren den ersten Einsatz ihres neuen Sicherungsmechanismus positiv. Dieser hätte den Markt erheblich stabilisiert, heißt es in einem Statement der chinesischen Kapitalmarktaufsichtsbehörde CSRC. Man werde sich jedoch weiterhin um Verbesserungen bemühen.

Am Markt wird das neue Werkzeug skeptisch gesehen. Die Analysten der Deutschen Bank schreiben in einem Report, der Mechanismus „verstärke die Volatilität, weil er die Liquidität im Markt reduziert".

Auch an anderen Börsen in Asien blieb der Handel turbulent. Die japanische Leitindex Nikkei gab kurz nach Handelsstart zwar stark nach, konnte seine Verluste dann aber wieder begleichen. Zum Mittag lag er rund 0,5 Prozent im Plus. An den asiatischen Börsen außerhalb Japans ging es ebenfalls auf und ab. Schließlich konnte der MSCI Asia Pacific leicht zulegen.

Marktteilnehmer rechnen damit, dass der Handel weiterhin sehr turbulent sein wird. „Die Volatilität wird bleiben. Die Liquidität dürfte weiter sinken, wenn sich die Unsicherheit der Investoren verstärkt” heißt es in einem Anlaystenreport der Citi. „Das globale Wachstum und die Geopolitik bleiben die größten Sorgen.”

Quelle:  Handelsblatt Online
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