Börsenausblick: Börsianer sehen Licht am Ende des Tunnels

Börsenausblick: Börsianer sehen Licht am Ende des Tunnels

, aktualisiert 17. Januar 2016, 18:13 Uhr
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Börsianer warten mit Spannung auf die Pressekonferenz des EZB-Chefs Mario Draghi am Donnerstag.

Quelle:Handelsblatt Online

Beim Dax summiert sich das Minus seit Jahresbeginn auf rund elf Prozent. Etwa ein Drittel dieses Verlusts stammt aus der abgelaufenen Woche. Experten erwarten nun eine Stabilisierung der Kurse.

FrankfurtNach dem verpatzten Jahresauftakt an den internationalen Börsen sagen Experten ein Ende der Talfahrt voraus. „Da sich die Konjunktur trotz zahlreicher Störfeuer bislang als recht robust erweist und anders als 2008 keine Rezession droht, stehen die Chancen auf eine Erholung der Notierungen im weiteren Jahresverlauf insgesamt gut“, betonte Helaba-Analyst Markus Reinwand. „Schließlich wirken gerade die gegenwärtig stark zur Verunsicherung beitragenden Preisrückgänge bei Rohstoffen in den Verbraucherländern wie ein Konjunkturprogramm.“

Der Ölpreis ist allein in den vergangenen beiden Wochen um rund 20 Prozent gefallen. Damit ist dieser Rohstoff so billig wie seit zwölf Jahren nicht. Kupfer notiert auf einem Sechseinhalb-Jahres-Tief. Beim Dax summiert sich das Minus seit Jahresbeginn auf rund elf Prozent. Etwa ein Drittel dieses Verlusts stammt aus der abgelaufenen Woche.

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Commerzbank-Experte Andreas Hürkamp begründete seine Prognose einer bevorstehenden Stabilisierung der Aktienmärkte mit der anhaltend lockeren Geldpolitik der Notenbanken, vor allem in der Euro-Zone und in China. Er setze auf eine Entwicklung wie 1991, als der Dax nach einem Auftaktverlust das Börsenjahr mit einem Plus von mehr als 13 Prozent abschloss. Jochen Stanzl, Analyst des Online-Brokers CMC Markets, mahnte dagegen zur Vorsicht. „Die Lage an den Börsen bleibt angespannt, und es ist keine nachhaltige Verbesserung der Stimmung in Sicht.“

Vor diesem Hintergrund warten Börsianer mit Spannung auf die Pressekonferenz des EZB-Chefs Mario Draghi am Donnerstag. Wegen der drohenden Deflation, einer Spirale fallender Preise und rückläufiger Investitionen, wetteten immer mehr Anleger auf zusätzliche Geldspritzen der Europäischen Zentralbank (EZB), sagte Aktienhändler Markus Huber vom Brokerhaus City of London. Die Währungshüter hatten ihr Wertpapier-Ankaufprogramm allerdings erst im Dezember verlängert. Daher rechnen Experten frühestens für März mit neuen Schritten, wenn die EZB ihre aktualisierten Inflationsprognosen vorlegt.


Harte oder weiche Landung der chinesischen Konjunktur

Gleichzeitig sinkt Börsianern zufolge die Wahrscheinlichkeit baldiger weiterer Zinserhöhungen durch die US-Notenbank (Fed). Daher werde der Kurs des Euro in den kommenden Wochen voraussichtlich weiter zwischen 1,09 und 1,10 Dollar pendeln.

Bei den Konjunkturdaten richten sich die Blicke erneut nach China. Schließlich hatte die Furcht vor einer deutlichen Abkühlung der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft die dortigen Börsen zu Jahresbeginn um etwa 20 Prozent abstürzen lassen. Am Dienstag stehen die Zahlen zum Wachstum im vierten Quartal und zur Industrieproduktion im Dezember an. Ministerpräsident Li Keqiang sprach am Samstag von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von rund sieben Prozent 2015.

Ebenfalls am Dienstag gibt der ZEW-Index Hinweise darauf, wie sich das Börsenbeben der vergangenen Wochen auf die Stimmung der Anlageprofis niedergeschlagen hat. In den USA warten Investoren vor allem auf die Inflationsdaten am Mittwoch und das Konjunkturbarometer der Fed von Philadelphia am Donnerstag.

Auf Unternehmensseite steht die neue Woche im Zeichen der Banken. Am Dienstag legen Bank of America und Morgan Stanley ihre Zahlen vor. Am Tag darauf folgt Goldman Sachs. Außerdem öffnen die Technologiekonzerne IBM (Dienstag) und General Electric (GE) (Freitag) ihre Bücher.

Wenn die Quartalsberichte und die Daten aus China die Anleger überzeugen, könnte es Marktexperten zufolge auch an der zuletzt arg gebeutelten Wall Street wieder aufwärts gehen. Manche Börsianer halten den jüngsten Kursrutsch ohnehin für eine heilsame Korrektur. Laut ihrer Argumentation tritt nun die ultralockere Geldpolitik der Fed in den Hintergrund, und es geht endlich wieder stärker um die Fundamentaldaten. „Ich freue mich wirklich, dass der Markt nach unten geht, denn damit nähern wir uns wieder dem angemessenen Niveau“, sagte Investmentstratege Jack Ablin von BMO Private Bank. Am Montag bleiben die US-Märkte feiertagsbedingt geschlossen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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