Bremer Landesbank: Schlechte Nachrichten von der Waterkant

Bremer Landesbank: Schlechte Nachrichten von der Waterkant

, aktualisiert 10. März 2017, 13:54 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

Die kleine Bremer Landesbank weist für 2016 ein Minus von 1,4 Milliarden Euro aus. Es fällt noch deutlich höher aus als erwartet. Stemmen muss den Verlust der Mutterkonzern NordLB. Überfordert das die Landesbank?

BerlinEs passiert nicht alle Tage, dass sich der Vorstand einer Bank in einem „Offenen Brief“ an seine Kunden wendet. Der Vorstand der Bremer Landesbank (BLB) wählte am gestrigen Donnerstag Abend diesen Weg – um via Internet um Vertrauen zu werben. Denn die anhaltende Schiffskrise hat dazu geführt, dass die Bank das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem Verlust von 1,4 Milliarden Euro abschließt. Bislang war von einem höheren dreistelligen Millionenbetrag die Rede. Doch der Vorstand beruhigt mit Verweis auf die NordLB: „Geschlossene Vereinbarungen zum Verlustausgleich ab Geschäftsjahr 2017 mittels eines Beherrschungsvertrags inklusive einer Patronatserklärung sichern die Substanz und Handlungsfähigkeit der BLB.“

Die NordLB sprang im vergangenen Jahr in die Bresche, als der wirtschaftliche Niedergang der BLB absehbar war. Die NordLB übernahm die BLB komplett und zahlte dem Land Bremen für seinen 41-prozentigen Anteil noch 262 Millionen Euro. Nun muss die NordLB aufpassen, dass die BLB kein Fass ohne Boden wird.

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Erschwerend kommt hinzu, dass die drittgrößte Landesbank im Schiffssegment unter ähnlichen Problemen leidet wie ihre jetzt 100-prozentige Tochter. Nach den ersten neun Monaten hieß es, dass im Konzern mit einer Risikovorsorge auf Schiffskredite von deutlich über zwei Milliarden Euro gerechnet wird (einschließlich der BLB). Doch zu dem Zeitpunkt war noch nicht klar, dass die BLB für ihr Schiffsportfolio allein 1,6 Milliarden Euro Vorsorge bilden muss.

Die BLB war wegen fauler Schiffskredite in Schieflage geraten. Daher übernahm die niedersächsische NordLB das Institut zu Jahresbeginn zu 100 Prozent. Im Beherrschungsvertrag wurde geregelt, dass die NordLB vom Geschäftsjahr 2017 an mögliche Verluste ausgleichen muss.

Somit dürfte auch noch nicht das letzte Wort über den Verlust des NordLB-Konzerns gesprochen sein. „Nach gegenwärtiger Einschätzung“ wird der Verlust über eine Milliarde Euro liegen, hieß es bei Vorlage der Quartalszahlen im November. Der dürfte jetzt weiter nach oben tendieren.

Zudem ist die NordLB bei einer geplanten Kapitalerhöhung der BLB gefordert. Weitere Maßnahmen zur Stabilisierung der Kapitalquoten der BLB seien in Vorbereitung, kündigte der BLB-Vorstand an. Trotz der absehbaren Verluste und weiteren Belastungen gibt sich die NordLB gelassen. „Die Kapitalquoten der NordLB bleiben weiterhin stabil“, erklärte ein Sprecher mit Verweis auf entsprechende Kapitalpolster. Keine Abstriche gibt es auch bei der Prognose: „Wir streben für 2017 einen Gewinn an.“ Konkreter will man auf der Bilanzpressekonferenz am 6. April werden.

Aus der Dauerkrise in der Schifffahrt hat die NordLB bereits vor einem Jahr strategische Konsequenzen gezogen. Das Schifffahrtsportfolio der nach der HSH Nordbank zweitgrößten Schiffsbank soll von rund 19 Milliarden Euro bis 2018 auf zwölf bis 14 Milliarden Euro heruntergefahren werden. Mit Ausnahme der Schifffahrt sind derzeit alle Geschäftsbereich der NordLB profitabel.

Quelle:  Handelsblatt Online
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