Brexit-Debatte: DIW warnt vor Gefahren für die deutsche Wirtschaft

Brexit-Debatte: DIW warnt vor Gefahren für die deutsche Wirtschaft

, aktualisiert 15. Juni 2016, 14:00 Uhr
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Lauft jüngsten Umfragen wird ein EU-Austritt von Großbritannien immer wahrscheinlicher.

Quelle:Handelsblatt Online

Deutschland exportiert Waren und Dienstleistungen im Wert von etwa 120 Milliarden Euro nach Großbritannien. Viele Branchen dürften unter einem Brexit leiden. Das Institut für Wirtschaftsforschung warnt vor den Folgen.

BerlinDas Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat seine Wachstumsprognose leicht angehoben. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte 2016 statt der im Frühjahr erwarteten 1,6 nun um 1,7 Prozent zulegen, sagten die Berliner Forscher am Mittwoch voraus. 2017 sollen es 1,4 Prozent sein – vor allem, weil es weniger Arbeitstage geben wird. „Das Wirtschaftswachstum in Deutschland dürfte auch in diesem und im nächsten Jahr relativ robust sein – wenn ein Brexit vermieden wird“, so DIW-Präsident Marcel Fratzscher. „Ein Brexit könnte das Wachstum in Deutschland alleine im kommenden Jahr durch geringere Exporte um 0,5 Prozentpunkte senken.“

Insgesamt exportiert Deutschland Waren und Dienstleistungen im Wert von etwa 120 Milliarden Euro nach Großbritannien. Das sind rund acht Prozent der Ausfuhren. Vor allem exportstarke Branchen wie die Automobil-, Chemie- und Pharmaindustrie sowie der Maschinenbau dürften unter einem Brexit leiden. Die Briten stimmen am 23. Juni über einen EU-Austritt ihres Landes ab.

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Angesichts der guten Konjunktur erwartet das DIW sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr schwarze Zahlen im Staatshaushalt. „Die Spielräume in den öffentlichen Haushalten werden aber kleiner“, sagte DIW-Finanzexpertin Kristina van Deuverden. Das treffe insbesondere auf den Bundeshaushalt zu, der beispielsweise mehr Geld für die Versorgung und Integration von Flüchtlingen ausgeben müsse. Die Überschüsse sollten genutzt werden, um die Chancen für künftiges Wirtschaftswachstum zu erhöhen. So sollte der Bund die Mittel für Investitionen aufstocken und Sozialbeiträge senken, um Anreize zur Arbeitsaufnahme zu erhöhen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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