Brexit-Folgen: Auslandsbanken fordern mehr Rechtssicherheit

Brexit-Folgen: Auslandsbanken fordern mehr Rechtssicherheit

, aktualisiert 14. März 2017, 11:21 Uhr
Bild vergrößern

Bundesbank und Bafin zählen bundesweit 240 Auslandsbanken, die meisten – Ende 2016 waren es 156 – haben ihren Sitz am Finanzplatz Frankfurt.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Finanzbranche setzt auch nach dem Brexit auf London. Doch der bevorstehende EU-Austritt der Briten sorgt für Verunsicherung. Die Auslandsbanken in Deutschland warnen vor Marktverwerfungen, wenn nicht bald Klarheit über die Bedingungen herrscht.

FrankfurtDie Auslandsbanken in Deutschland dringen auf rasche Klarheit für die Finanzbranche in den absehbar schwierigen Brexit-Verhandlungen. „Wir brauchen Übergangsfristen, es geht nicht anders“, betonte der Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Auslandsbanken in Deutschland (VAB), der UBS-Manager Stefan Winter, am Dienstag in Frankfurt.

„Wir wissen jetzt, dass per Ende des Monats die Uhr anfängt zu laufen.“ Bis dahin wird der offizielle Antrag der Regierung in London für einen Austritt aus der Europäischen Union (Brexit) erwartet. Erst dann können die auf zwei Jahre befristeten Austrittsverhandlungen beginnen. „Was wir wissen ist, dass diese zwei Jahre für die wenigsten Institute ausreichend sein werden“, sagte Winter.

Anzeige

Verlässt Großbritannien wie angekündigt den EU-Binnenmarkt, hätten in London angesiedelte Banken ein Problem: Sie benötigen für Dienstleistungen wie Einlagen- und Kreditgeschäft in der Europäischen Union rechtlich selbstständige Tochterbanken mit Sitz in einem EU-Staat - etwa eine Banklizenz in Deutschland.

Unter anderem der Finanzplatz Frankfurt hofft auf einen Schub. Etliche Banken haben schon bei der Finanzaufsicht Bafin vorgefühlt. „Wir wissen, dass Entscheidungen anstehen bei vielen Häusern, aber es ist noch keine Entscheidung getroffen“, sagte Winter. „Solange wir nicht wissen, wir hart der Brexit sein wird, wissen wir auch nicht, wie viel wir verlagern müssen. Wir haben alle einen Plan A und einen Plan B.“ Interesse am Finanzplatz Deutschland beobachtet der Verband auch bei Banken aus Spanien, der Schweiz, Asien und dem Iran.

Der Verband warnte vor einem Wettbewerb um die laxesten Regeln. „Wir meinen nicht, dass Harmonisierung bis in das kleinste Jota für alle Banken zu erfolgen hat“, sagte Winter. Aber gerade für international tätige Institute müssten global abgestimmte Vorgaben gelten. Der neue US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, nach der jüngsten Finanzkrise erlassene strenge Regeln auf den Prüfstand zu stellen.

Der Verband der Auslandsbanken vertritt die Interessen von etwa 200 Mitgliedern: ausländische Banken, Fonds, Finanzdienstleistungsinstitute und Repräsentanzen in Deutschland. Bundesbank und Bafin zählen bundesweit 240 Auslandsbanken. Die meisten – Ende 2016 waren es 156 – haben ihren Sitz am Finanzplatz Frankfurt.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%