Bundeskriminalamt zieht Bilanz: Mehr als 100.000 falsche Banknoten eingezogen

Bundeskriminalamt zieht Bilanz: Mehr als 100.000 falsche Banknoten eingezogen

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Eingetütetes Falschgeld und ein Falschgeldmeldebericht liegen beim Dezernat Falschgeld des Landeskriminalamtes (LKA) in München.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Zahl der Falschgelddelikte ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Nach Angaben des Bundeskriminalamts sind die Vorlieben der Fälscher in Deutschland aber ganz andere als im Rest Europas.

Um 42 Prozent ist die Zahl der Falschgelddelikte gestiegen. Wurden 2014 noch 60.800 derartiger Fälle registriert, ist diese Zahl im Jahr 2015 auf 86.500 angestiegen. Das meldet das Bundeskriminalamt (BKA). In rund 84.800 dieser Fälle fälschten und verbreiteten die Täter Euro-Noten.

Damit hat sich die Zahl seit 2011 mehr als verdoppelt, so die Bilanz des Bundeslagebilds Falschgeldkriminalität. Insgesamt sind in Deutschland fast 112.000 Euro-Falschnoten mit einem Nennwert von 5,5 Millionen Euro eingezogen worden. Zum Vergleich: 2014 waren es rund 75.600 Noten im Nennwert von rund 5,3 Millionen Euro. „Trotz der erneut gestiegenen Fallzahlen ist das Falschgeldaufkommen im Vergleich zum Umfang der in Deutschland umlaufenden Banknoten weiterhin als gering zu bezeichnen“, heißt es in den dem BKA-Bericht.

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Das sieht die Europäische Zentralbank auch so: „Rein rechnerisch entfielen im vergangenen Jahr in Europa 27 falsche Banknoten auf 10.000 Einwohner, in Deutschland waren es sogar nur zwölf Banknoten je 10.000 Einwohner.“

Wie erkenne ich Falschgeld?

  • Fühlen

    Auf der Vorderseite der Banknoten sind Teile des Druckbildes (Schriftzug „BCE ECB EZB EKT EKP“ am oberen Rand) zu fühlen.

  • Sehen

    Die Banknote gegen das Licht halten - dann werden das Wasserzeichen, der Sicherheitsfaden und die sonst unvollständige Zahl sichtbar. Alle drei Merkmale sind laut EZB bei echten Banknoten auf Vorder- und Rückseite zu sehen. Bei den neuen Generation von Scheinen soll bei Gegenlicht schemenhaft ein Porträt der griechischen Mythenfigur Europa, der Wert des Geldscheins und ein Fenster erkennbar sein.

  • Kippen

    Auf der Vorderseite erscheinen im Hologramm verschiedene Motive. Auf der Rückseite wird der Glanzstreifen (bei Scheinen bis 20 Euro) oder die Zahl mit Farbwechsel (bei Scheinen ab 50 Euro) sichtbar. Bei den neuen Generation von Scheinen erscheint beim Kippen der Banknote im silbernen Streifen ein Porträt der Europa, und zwar das gleiche wie im Wasserzeichen. Außerdem sind im Streifen ein Fenster und die Wertzahl des Geldscheins zu sehen. Zudem ändert der aufgedruckte Wert der Banknote seine Farbe von smaragdgrün in ein tiefes Blau, wenn man den Geldschein etwas neigt.

Der Trend, Falschgeld vermehrt über illegale Handelsplattformen im Internet zu vertreiben, hat nach Angaben der Ermittler auch 2015 angehalten. So wurden beispielsweise die qualitativ hochwertigen, sogenannten „Napoli-Fälschungen“ von Fälschern aus der Region um Neapel, aber auch Herstellungsequipment wie Hologramme und Kopiervorlagen sowie Anleitungen zur Falschgeldherstellung auf anonymen Internet-Plattformen wie dem Darknet angeboten.

Während in der EU die gefälschte 20-Euro-Note am häufigsten registriert wurde (rund 69 Prozent), ist in Deutschland die 50-Euro-Banknote die bevorzugte Fälschung geblieben. Bei rund der Hälfte aller eingezogenen Falschnoten handelte es sich um einen 50-Euro-Schein. Dahinter folgt die 20-Euro-Note mit einem Anteil von knapp 37 Prozent.

Seit Euro-Einführung So viel Falschgeld wie nie in Deutschland

Geldfälscher haben im vergangenen Jahr in Deutschland so viele Blüten in Umlauf gebracht wie nie seit der Euro-Einführung 2002. Der Schaden beträgt mehrere Millionen.

Die Hologramme einer echten 50-Euro-Note und einer falschen liegen in der Zentrale der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main. Quelle: dpa

Den Großteil der Scheine haben Banken, Werttransportunternehmen, Handel und Gewerbe sowie die Deutsche Bundesbank und deren Filialen als falsch erkannt. „Das lässt darauf schließen, dass die Mehrzahl der Fälschungen von Privatpersonen nicht erkannt wird, da oftmals im täglichen Zahlungsverkehr keine genauere Prüfung des Bargeldes erfolgt“, heißt es in dem BKA-Bericht.

Trotz immer besserer Qualität sei bei aufmerksamer Prüfung die Mehrzahl der Banknotenfälschungen jedoch weiterhin ohne technische Hilfsmittel erkennbar. Noch im März 2016 hatte das bayerische Landeskriminalamt Geldfälscher festgenommen, die „Blüten“ in schlechter Qualität mit einem Tintenstrahldrucker hergestellt hatten.

Quelle:  Handelsblatt Online
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