Bundestagswahl: Petition fordert von Merkel zweites TV-Duell

Bundestagswahl: Petition fordert von Merkel zweites TV-Duell

, aktualisiert 13. September 2017, 13:51 Uhr
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Beim ersten TV-Duell kamen viele Thema nicht zur Sprache.

von Dietmar NeuererQuelle:Handelsblatt Online

Die Debatte um ein zweites TV-Duell zwischen Kanzlerin Merkel und ihrem Herausforderer Schulz reißt nicht ab. Die CDU hat zwar abgewunken, doch im Netz formieren sich zahlreiche Befürworter für ein weiteres Duell.

BerlinÜberraschend kam das Nein der Kanzlerin zu einem zweiten TV-Duell nicht. Angela Merkel hatte sich in dieser Frage schon früh festgelegt. Und ihre Ablehnung mit dem Argument verteidigt, dass in Deutschland die Bundeskanzler nicht direkt gewählt werden. „Insofern sollte mit Blick auf die kleineren Parteien die Zuspitzung auf nur zwei Personen eher die Ausnahme im Fernsehwahlkampf sein.“

Ihr Herausforderer Martin Schulz (SPD) ließ sich davon aber nicht beirren. Er schrieb Merkel einen Brief, bat sie nach dem ersten Duell am 3. September um ein zweites. Die Antwort kam postwendend und deutlich. „Zu dem Thema ist alles gesagt“, erteilte die CDU-Zentrale dem Wunsch von Schulz eine Abfuhr. Dabei war selbst Merkel mit dem Verlauf des ersten Duells nicht wirklich zufrieden. Sie und Schulz waren zwar intensiv zu Flüchtlingen, Integration und der Türkei-Politik befragt worden. Themen wie die Digitalisierung, Rente, Bildung oder Pflege waren von den vier Moderatoren jedoch gar nicht oder nur kurz angesprochen worden.

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In dem Brief an die Kanzlerin schreibt Schulz denn auch, auch Merkel selbst habe ja die Themenauswahl beklagt. „Die Bürgerinnen und Bürger verdienen eine umfassende Debatte um die zentralen Zukunftsfragen unseres Landes. Aus diesem Grunde fordere ich ein zweites TV-Duell vor der Bundestagswahl. Ich bin jederzeit dazu bereit.“

Schulz steht mit seiner Forderung nicht allein. Im Netz formieren sich derzeit viele Befürworter für ein weiteres TV-Duell. Eine kurz nach dem ersten Duell gestartete Online-Petition mit dem Titel „Für ein zweites TV-Duell mit relevanten Themen, die Menschen wirklich betreffen!“ wurde bereits von knapp 26.000 Unterstützern unterschrieben.

Angestoßen wurde die Petition Bastian Kenn, einem Juso-Mitglied der rheinland-pfälzischen SPD. Das erste TV-Duell zwischen Merkel und Schulz habe ihn „sehr enttäuscht“, begründet er seine Position. „Fünf Minuten zu sozialer Gerechtigkeit und Innenpolitik reichen mir nicht. Anstatt der Diktion rechtspopulistischer Gruppen zu folgen, fordere ich eine Diskussion über die gesellschaftlichen Herausforderungen der Zukunft.“

Dann erinnert der SPD-Nachwuchspolitiker daran, dass schon RTL-Moderator Peter Kloeppel am Ende des ersten Duells ein zweites vorgeschlagen habe. „Dem schließe ich mich an! Wir brauchen ein zweites Duell über Themen, die Menschen wirklich wichtig sind.“

Auch das ZDF wäre zur Austragung eines weiteren Schlagabtausches zwischen Merkel und Schulz bereit. Der Sprecher des Senders, Thomas Hagedorn, sagte der „Saarbrücker Zeitung“: „Das ZDF hat sich angesichts der Themenfülle immer für zwei Duelle eingesetzt. Unsere Einladung steht.“

An Merkels Entscheidung dürfte sich aber wohl nichts mehr ändern. Entsprechend verärgert ist die SPD. Dass Merkel kneife, komme nicht überraschend. „Wenn man keine Positionen hat, fällt es eben schwer, diese öffentlich zu vertreten“, sagte Parteivize Ralf Stegner dem Handelsblatt. Merkel scheue die direkte Auseinandersetzung mit Schulz über Themen, die für Wähler von „immensem Interesse“ seien, wie Lohngerechtigkeit, Rente, Bildung, bezahlbarer Wohnraum oder Digitalisierung. „Das ist ein Armutszeugnis“, sagte Stegner.

SPD-Generalsekretär Hubertus Heil warf Merkel „mangelndem Respekt vor den Bürgerinnen und Bürgern und der demokratischen Auseinandersetzung“ vor. Die Kanzlerin verweigere die Debatte über die Zukunft der Bildung, der Rente, der Pflege und der Digitalisierung.

Quelle:  Handelsblatt Online
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