Bundesverband deutscher Banken: Banken und Fintechs feiern Verlobung

Bundesverband deutscher Banken: Banken und Fintechs feiern Verlobung

, aktualisiert 17. März 2016, 08:13 Uhr
von Katharina SchneiderQuelle:Handelsblatt Online

Eine Probemitgliedschaft soll es nicht sein, doch mit seinem neuen Kommunikationsforum lädt der Bankenverband junge Finanztechnologie-Firmen zum Kennenlernen und Kooperieren ein – und bietet eine Aussicht auf mehr.

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Der Bankenverband (BdB) will in einem Kommunikationsforum mit Fintechs auf Tuchfühlung gehen.

FrankfurtFintech-Unternehmen und Banken sollten sich den 19. April 2016 schon mal dick im Kalender ankreuzen, denn der Bankenverband (BdB) lädt zur Gründung des sogenannten „Kommunikationsforums Digital Banking“. In einer gerade versandten Einladung, die dem Handelsblatt vorliegt, beschreibt BdB-Geschäftsführer Markus Becker-Melching den Ablauf der Veranstaltung so: Nach einem kurzen Kennenlernen sollen die Interessierten drei Arbeitsgruppen bilden, in denen sie „möglichst konkrete Vorschläge für politische Initiativen oder Positionen in der politischen Debatte entwickeln sollen“. Vier Mal im Jahr sollen sich alle Forumsmitglieder treffen.

Kooperation ist also angesagt. Statt sich gegen die jungen Technologiefirmen zu wehren, setzen die Privatbanken auf Annäherung. „Es gibt viele Herausforderungen, die wir gemeinsam besser bewältigen können“, sagt Becker-Melching und nennt etwa „neue regulatorische Vorgaben der Finanzaufsicht, technische Veränderungen durch die Digitalisierung und die Unterstützung des Finanzstandorts Deutschland“.

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Die Teilnahme am Forum soll für die Fintechs 500 Euro kosten. Dafür können sie nicht nur ihre Interessen einbringen, sondern erhalten auch Informationsmaterial des Verbands rund um die Themen Banken und Regulierung. Außerdem gibt eine gemeinsame Plattform für Networking. Dieser Unkostenbeitrag solle auch „für eine gegenseitigen Verbindlichkeit“ sorgen. Begrenzt ist das Ganze zunächst auf ein Jahr. Auch nach dem Gründungstermin können Interessierte noch dazu stoßen.

Bietet das Forum also eine Art Probemitgliedschaft? „Nein“, sagt Becker-Melching. „Es ist eben keine Mitgliedschaft, sondern eine geregelte Form der Zusammenarbeit und des Austausches.“ Mit Blick auf den Frühling könne man sagen: „Es ist eine Art Verlobung, noch keine Ehe, aber die Aussicht darauf.“


Regulierung ein wichtiges Thema für Fintechs

Das Werben war bereits erfolgreich. „Regulierung ist für viele Fintechs ein großes Thema, deshalb dürfte sich die Teilnahme an dem Forum lohnen“, sagt André Bajorat, Geschäftsführer von Figo und einer der Fintech-Experten, die am Konzept des Forums mitgearbeitet haben. Auch die Kontaktpflege für mögliche Kooperationen werde erleichtert. Bisher haben sich junge Fintechs häufig im Start-Up-Verband oder bei Bitkom organisiert. „Eine Konkurrenz ist das Kommunikationsforum für uns nicht“, sagt Steffen von Blumröder, Fintech-Verantwortlicher bei Bitkom. „Wir helfen vor allem bei Fragen der digitalen Transformation, deshalb werden auch immer mehr Banken Mitglieder bei uns.“

Wie es nach Ablauf des ersten Jahres mit dem Kommunikationsforum des BdB weitergeht, ist noch offen. „Gerne würden wir dann einige Fintechs als außerordentliche Mitglieder aufnehmen“, sagt Becker-Melching. Um dies zu ermöglichen, will der Verband seine Satzung ändern. Schon heute gibt es außerordentliche Mitglieder, also solche, die keine Banken sind. Nun muss die Definition erweitert werden, damit sie auch Fintechs einschließt. „Wir haben ein absolut breites Verständnis von Fintechs“, so Becker-Melching. „Kleine Technologie-Start-Ups sind davon genauso erfasst wie internationale Technologiekonzerne.“

Der Vorstand habe sich bereits für die Änderung ausgesprochen, doch im April muss auch die Delegiertenversammlung zustimmen. Einen entsprechenden Entwurf erhalten die Delegierten in den nächsten Tagen per Post. Zu den zusätzlichen Rechten außerordentlicher Mitglieder gehört etwa das Stimmrecht in der Mitgliederversammlung und sie werden eng in die Verbandsveranstaltungen einbezogen. Kostenpunkt für solche Vorteile: Jährlich mindestens 10.000 Euro.

„Der BdB hat sich ein großes Stück auf die Fintechs zubewegt“, sagt Bajorat. „10.000 Euro für eine Mitgliedschaft wirkt auf junge Unternehmen sehr abschreckend. Nur 500 Euro zu zahlen und den Verband dafür ein Jahr lang kennenzulernen, ist aber ein gutes Angebot.“ Ob Figo auch dabei ist? „Aber sicher“, bestätigt Bajorat. Der BdB rechnet damit, dass an der Gründungsveranstaltung „mehr als 20 Fintechs“ teilnehmen werden. Auch Interessenten für die außerordentliche Mitgliedschaft gebe es schon. Die Namen werden aber noch nicht verraten.

Quelle:  Handelsblatt Online
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