Chinas Notenbank: Warnung vor Problemen durch Immobilienboom

Chinas Notenbank: Warnung vor Problemen durch Immobilienboom

, aktualisiert 01. September 2017, 12:05 Uhr
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Wie hier in der Sonderverwaltungszone Hongkong sorgt der heiß gelaufene Immobilienmarkt in China immer mehr für Probleme.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Immobilienmarkt in China beschäftigt jetzt auch die Notenbank des Landes. Das Institut spricht von gravierenden Problemen und schlägt eine Immobiliensteuer vor. Zudem werden Fehler bei der Finanzaufsicht eingeräumt.

Peking/HongkongDie Notenbank in China schlägt Alarm wegen drohender Risiken durch den heiß gelaufenen Immobilienmarkt. Der Forschungsdirektor der Zentralbank, Xu Zhong, spricht in einem am Freitag veröffentlichten Fachartikel von „gravierenden Problemen“ in diesem Sektor. Der Notenbank dürfe nicht die Verantwortung zugeschoben werden, diese Gefahr mit Änderungen der Geldpolitik zu bannen. Der von starken Preisanstiegen in Metropolregionen und selbst in Provinzstädten geprägte Markt stehe der gesunden Entwicklung der Wirtschaft im Wege und sei zudem eine Quelle für Risiken im Finanzsektor, warnte Xu.

Viele Städte in dem Riesenreich mit seiner Milliardenbevölkerung versuchen den Preisanstieg bei Immobilien zu bremsen. Die Effekte zeigen sich insbesondere in den Metropolen. In den kleineren Zentren, von denen viele ebenfalls mehrere Millionen Einwohner haben, steigt die Nachfrage nach Wohnungen und Häusern dagegen weiter, was auch die Preise antreibt.

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Xu schlägt vor, gegen Übertreibungen am Immobilienmarkt mit einer landesweit und regelmäßig erhobenen Immobiliensteuer anzugehen. In der Volksrepublik pachten Hausbesitzer de facto die eigenen vier Wände für einen Zeitraum von bis zu 70 Jahren. Ausnahmen sind Grundsteuer-Pilotprojekte in wenigen Städten – darunter in Shanghai. Zugleich kritisierte Xu Fehler bei der Finanzaufsicht und auf der Ebene lokaler Regierungen, die zum Entstehen einer Immobilienblase beitrügen.

Die Bemühungen der Zentralregierung, den Markt abzukühlen und einer Überschuldung der Firmen entgegenzuwirken, zeigen bereits erste Erfolge: So kündigte der Immobilienentwickler Sunac an, sich bei Landzukäufen nach einer von „zu hohem Tempo“ geprägten Entwicklungsphase stärker zurückzuhalten. So soll der Gewinn des Unternehmens aus Tianjin gesteigert und die Schuldenquote verringert werden. Auch Sunacs Konkurrent Evergrande hatte jüngst eine ähnliche Marschrichtung ausgegeben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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