Clinton nimmt Tim Kaine zum Vize

Die WirtschaftsWoche: Clinton nimmt Tim Kaine zum Vize

, aktualisiert 23. Juli 2016, 03:34 Uhr
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Strahlend gegen Trump: Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton hat den ehemaligen Gouverneur von Virginia, Tim Kaine, zu ihrem "Running Mate" erkoren.

Quelle:Handelsblatt Online

Hillary Clinton hat gewählt: Die voraussichtliche Präsidentschaftskandidatin der Demokraten will Tim Kaine zum Vize machen. Der Politiker könnte wichtige Wählergruppen erschließen – bietet aber auch Trump Kanonenfutter.

WashingtonTim Kaine, früherer Gouverneur des Bundesstaates Virginia, soll Hillary Clinton als Kandidat für das Amt des US-Vizepräsidenten zur Seite stehen. Das gab Clinton am Freitag im Kurznachrichtendienst Twitter bekannt. Der 58-Jährige gilt als erfahrener Polit-Profi.

Mit Kaine ist Clinton bei der Wahl ihres Vizepräsidentschafts-Kandidaten den sicheren Weg gegangen. Der 58-Jährige aus Virginia gilt als erfahrener, moderater Politiker, zuverlässig und ohne Mätzchen. Er unterstützte die Kandidatur Clintons schon sehr früh und galt von Anfang an als dem Favoritenkreis zugehörig.

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Clinton entschied sich für einen alten Parteisoldaten - und damit gegen junge, frische Gesichter im Washingtoner Politikgetriebe. Cory Booker wäre so eines gewesen. Bis zuletzt hoch gehandelt, fiel der Senator aus New Jersey jedoch genauso durch wie Julian Castro, erst 41 Jahre alter Wohnungsminister unter Barack Obama.

Clinton hatte für die Wahl ihres Vizes die Latte hoch gelegt. Er muss nicht nur eine gute Nummer zwei sein - im Notfall muss er einspringen können, das Oval Office übernehmen und das Land führen. Das setzt aus Sicht der früheren Chefdiplomatin Clinton vor allem außenpolitische Erfahrung voraus, und die kann Kaine ohne Zweifel nachweisen.

Kaine spricht fließend spanisch - in den USA ein besonderer Vorteil bei der wachsenden Wählerschaft mit hispanischem Hintergrund. Im wohl wichtigsten Swing State Florida wird der Bevölkerungsanteil ursprünglich spanischsprachiger Zuwanderer inzwischen mit über 20 Prozent angegeben.

Als gelernter Harvard-Jurist eine Zeit lang als Anwalt aktiv, ist Kaine im Politgefüge der Hauptstadt Washington wie auch in seinem Heimatstadt gut vernetzt. Privat gilt der verheiratete Vater dreier Kinder als ruhig. Vor wichtigen politischen Entscheidungen geht er gerne im Wald wandern oder spielt Bluegrass-Musik.

Er war zunächst Bürgermeister von Virginias Hauptstadt Richmond, ehe er Vizegouverneur und 2006 dann Gouverneur von Virginia wurde. Seit 2013 sitzt er für den südlichen Bundesstaat im US-Senat. Als Kommunalpolitiker blieb vor allem sein erfolgreicher Kampf gegen Schusswaffendelikte in Richmond in Erinnerung.

Obama, der Kaine bereits als Vizepräsidentschaftskandidat im Auge hatte, machte ihn 2009 zum Vorsitzenden der Demokratischen Partei. Im deutschen System kann das am ehesten mit dem Posten eines Generalsekretärs verglichen werden.

Aus seiner Zeit als Gouverneur und Vizegouverneur stammen auch Medienberichte über die Annahme von Geschenken. Kaine selbst hatte in seinen Finanzunterlagen angegeben, Reisen, Kleidung und andere Annehmlichkeiten im Gegenwert von mehr als 160.000 US-Dollar angenommen zu haben. In Virginia ist das nicht ungesetzlich. Dennoch erwarten US-Medien, dass das republikanische Lager um Donald Trump den Fall thematisieren wird.

Clinton wird in der nächsten Woche auf dem Parteitag in Philadelphia aller Voraussicht nach zur Präsidentschaftskandidatin der US-Demokraten gewählt werden, Kaine zu ihrem „Running Mate“. An dem Nominierungsparteitag werden mehr als 4000 Delegierte aus 50 Bundesstaaten, fünf Außengebieten und der Hauptstadt Washington D.C. teilnehmen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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