Clinton über Trump: „Klassisches Verhalten eines Demagogen“

Clinton über Trump: „Klassisches Verhalten eines Demagogen“

, aktualisiert 09. Juni 2016, 04:01 Uhr
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Die Gesichter von Hillary Clinton und Donald Trump - von dem US-Künstler John Kettman aus Illinois auf zwei Kürbisse gemalt.

Quelle:Handelsblatt Online

Hillary Clinton legt gegen ihren voraussichtlichen Gegner ums Weiße Haus nach. Der Milliardär sei ein Demagoge und Verschwörungstheoretiker. Präsident Obama sorgt sich um die Parteiendemokratie in seinem Land.

WashingtonHillary Clinton hat ihren Hauptwahlkampf um die US-Präsidentschaft mit einer Breitseite gegen Donald Trump begonnen. Ihr voraussichtlicher Rivale zeige „klassisches Verhalten eines Demagogen“, sagte die Demokratin in einem Interview der Nachrichtenagentur AP. Sie verglich seine Verbalattacken auf Richter, Medien, politische Gegner und deren Familien mit dunklen Stunden der Weltgeschichte.

„Wir haben das viele, viele Male in der Welt gesehen, und das ist, warum ich denke, dass es so gefährlich ist“, sagte Clinton. Sie warf außerdem die Frage auf, ob Trumps Bewerbung auf das höchste Amt der USA mehr als bloß ein ausgefeilter politischer Stunt sei. Sie stellte die Ernsthaftigkeit von Trumps Rhetorik infrage, machte aber auch klar, dass die US-Wähler die Aussagen ernstnehmen müssten. Sie seien Beweise dafür, dass man Trump nicht vertrauen könne und er unqualifiziert und unvorbereitet für die Belastungen im Weißen Haus sei.

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Die voraussichtliche Präsidentschaftskandidatin der Demokraten hatte sich am Dienstag zur Siegerin des Vorwahlkampfes gegen ihren parteiinternen Widersacher Bernie Sanders erklärt. Die ausreichende Zahl an Delegiertenstimmen für die Parteinominierung hat sie seit Montag zusammen, am Dienstag gewann sie neben anderen Vorwahlen auch die wichtige Abstimmung ihrer Partei in Kalifornien. Am kommenden Dienstag steht eine letzte kleinere Vorwahl der Demokraten in der Hauptstadt Washington an.

Clinton und Trump standen sich persönlich nie sonderlich nahe. Dennoch haben sich ihre Wege in politischer und finanzieller Hinsicht in den vergangenen Jahren gelegentlich gekreuzt, vor allem während Clintons Zeit als Senatorin von New York, Trumps Heimatstaat. Die Demokratin und ihr Ehemann, der frühere US-Präsident Bill Clinton, kamen 2005 zu Trumps dritter Hochzeit. Später sagte Clinton, sie habe Trump immer für unterhaltsam gehalten.

Die 68-Jährige sagte, sie habe sich allerdings in den vergangenen Jahren über den Hang des Milliardärs zu „Verschwörungstheorien“ gewundert. Sie habe niemals gewusst, dass er etwas mit Fanatismus und Vorurteilen zu tun habe, bis Trump sich bizarrerweise auf die Seite der Birther-Bewegung gegen Präsident Barack Obama gestellt habe, sagte sie. Die verschwörungstheoretische Bewegung hat angedeutet, Obama wäre nicht in den USA geboren, weshalb er kein legitimer US-Präsident wäre.

Die Abgeneigtheit zwischen Clinton und Trump beruht auf Gegenseitigkeit. Der Republikaner bezeichnet sie als „Betrügerische Hillary“ und kündigte für die kommende Woche eine Rede an, die sich auf „die Clintons“ fokussieren werde.


„Man will Leute haben, die wissen worum es geht“

Dagegen steht für Clinton die langersehnte Unterstützung durch Obama offenbar kurz bevor: Es wurde erwartet, dass der Präsident sich am Donnerstag offiziell hinter seine einstige Rivalin um die demokratische Präsidentschaftskandidatur 2008 stellen wird. Zuvor trifft er Sanders im Weißen Haus.

Unterdessen macht sich Obama ein halbes Jahr vor dem Ende seiner achtjährigen Zeit im Weißen Haus Gedanken um den Zustand der Parteiendemokratie in seinem Land. „Dieses Land funktioniert, wenn Du zwei Parteien hast, die es ernst meinen und versuchen, Probleme zu lösen“, sagte Obama bei der Aufzeichnung der „The Tonight Show“ von Moderator Jimmy Fallon. Die Talk Show wird am Donnerstag auf dem US-Sender NBC ausgestrahlt.

„Man will eigentlich auch, dass der republikanische Kandidat jemand ist, der den Job machen kann, falls er gewählt wird“, meinte Obama. „Und man will Leute haben, die wissen worum es geht.“ Deswegen fühle er sich gerade nicht wohl, sagte der Präsident mit Blick auf die anstehende Nominierung von Donald Trump zum republikanischen Präsidentschaftskandidaten. „Was in dieser Partei passiert, gipfelnd in dieser aktuellen Nominierung, ist nicht gut für das ganze Land.“ „Das hier ist ein ernsthafter Job und nicht Reality TV“, sagte er in Anspielung auf Trumps TV-Karriere.

Den teilweise hart geführten Vorwahlkampf in seiner eigenen Partei zwischen der siegreichen Hillary Clinton und deren Herausforderer Bernie Sanders bezeichnete Obama als „gesund“. „Bernie Sanders bracht unheimlich viel Energie und neue Ideen“, sagte Amtsinhaber Obama. Sanders habe die Partei herausgefordert und sie getrieben. „Ich glaube, er hat Hillary zu einer besseren Kandidatin gemacht.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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