Clinton vs. Trump: Der Kampf um die Kleinen

Clinton vs. Trump: Der Kampf um die Kleinen

, aktualisiert 24. August 2016, 15:02 Uhr
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Die US-Präsidentschaftskandidatin spricht gern von ihrem Vater, der ein Druckgeschäft besaß.

von Dana HeideQuelle:Handelsblatt Online

Die Millionen Kleinunternehmer in den USA sind eine wichtige Wählergruppe. Hillary Clinton und Donald Trump überbieten sich mit Versprechungen. Die Demokratin kann dabei mit einer persönlichen Geschichte punkten.

San FranciscoOft, wenn es um kleine Unternehmen in Amerika geht, kommt Hillary Clinton auf die Geschichte ihres Vaters zu sprechen. Der hatte ein Druckgeschäft, erzählt sie dann. Und dass er immer sehr fleißig war und sich abgerackert hat, um seiner Familie ein Mittelklasse-Leben zu ermöglichen.

Die Präsidentschaftskandidatin der Demokraten hat eine gute „Story“ zu erzählen, wie man in den USA sagt. Eine Geschichte, die ihr helfen soll, die Eigentümer der vielen kleinen Unternehmen in den USA für sich zu gewinnen. Am Dienstag haben Clinton und ihr Vizekandidat Tim Kaine ihr Programm für diese Wählergruppe vorgestellt. Nachdem Clinton und ihr Rivale Donald Trump erst einige Tage zuvor ihre Wirtschaftspläne vorgelegt haben.

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In den USA gibt es viele Millionen Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern. Besitzer dieser kleinen Betriebe gehen überdurchschnittlich fleißig zur Urne. Bei einer Umfrage der National Small Business Association (NSBA) unter 1800 kleinen Unternehmen gaben 95 Prozent an, dass sie regelmäßig wählen gehen. Hinzu kommt, dass die die große Mehrheit ihre Stimme nicht an eine bestimmte Partei vergibt – für die Kandidaten steht also alles offen.

Laut einer Umfrage der Bank of America machen sich die kleinen Unternehmen in den USA in dieser Wahlsaison vor allem Sorgen um die Steuern. In einer Umfrage des Finanzdienstleisters Capital One unter 401 Kleinunternehmen gaben 29 Prozent an, dass sie bei der Bewertung eines Präsidentschaftskandidaten vor allem auf die Ideen zur Besteuerung achten.

Diese Priorisierung spiegelt sich auch in den Programmen der Kandidaten. Clinton verspricht in ihrem am Dienstag veröffentlichten Maßnahmenpaket vor allem eine Vereinfachungen des Steuersystems. Sie will einen standardisierten Nachlass für kleine Unternehmen. Wie hoch der sein soll, sagte sie jedoch nicht. Clintons Wahlkampfgegner Trump hatte zuvor versprochen, dass er die Steuern für alle Unternehmen auf 15 Prozent reduzieren will.

Clinton will geht aber noch weiter: Sie will vereinfachen, dass Kleinunternehmer ihren Mitarbeitern eine Krankenversicherungen anbieten können. Zudem soll es für Unternehmer einfacher werden, mit staatlichen Stellen über Aufträge zu verhandeln. Das lobte die National Association for the Self-Employed (NASE).

Die Demokratin verspricht außerdem in ihrem Programm, Gründungen von Unternehmen zu erleichtern. Vereinfachte Prozesse bei den Behörden, die für ihre zusätzlichen Bemühungen finanziell belohnt werden, sollen dabei helfen. Die Steuervergünstigungen für Start-ups will Clinton vervierfachen und auch die Finanzierungsmöglichkeiten für Gründer verbessern. Eines verrät Clinton aber nicht: Wie sie das alles finanzieren will. „Ihr werdet immer einen Platz an meinem Tisch haben“, verspricht sie stattdessen in einer Telefonkonferenz mit Unternehmensvertretern am Dienstag.

Trotz der fehlenden konkreten Details, fielen die ersten Reaktionen auf das Programm positiv aus. Insgesamt liegt Clinton in den Umfragewerten wieder vorne, seitdem ihr Gegner Trump eine muslimische Familie eines gefallenen US-Soldaten beleidigt hat. Laut Ipsos-Umfrage liegt Clinton aktuell mit 41 Prozent sechs Prozentpunkte vor Trump, der 35 Prozent Zustimmung erhält. Der Rest der Befragten würde keinen der beiden wählen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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